Donnerstag, 30. Oktober 2014

Egal

So ein 1:3 gegen die Bayern nimmt man ja eigentlich nur zur Kenntnis, war es doch klar genug, um nicht in Richtung Sensation zu tendieren und knapp genug, um keine Klatsche zu sein. Einzig das erste Gegentor der Bayern nach ewigen Pflichtspielzeiten könnte man herausheben, wenn man denn will. Oder das  Tor von Müller, das nach nachdem Heiko Westermann etwas Regelkunde betrieben hat zurückgenommen wurde. Auch den Fehler Westermanns vor dem ersten Tor möchte ich als Besonderheit herausheben, hatte sich HW4 doch eigentlich stabilisiert.

Sonst war nicht viel. Schließlich braucht es neben der sehr engagierten Leistung, die der HSV geboten hat auch etwas Glück, um gegen Bayern bestehen zu können und das hat man sich für Samstag aufgehoben, wenn Leverkusen (wahrscheinlich ohne IQ HC10) zu Gast ist.
Obwohl zwei Szenen hab ich noch. Zum Einen war da das Lächeln von Drobny in Richtung von Thomas Müller, den er mit seinem rechten Fuß fast zur Verzweiflung gebracht hat. Nach dem Spiel gab es dafür ein anerkennendes Abklatschen, wie es beim Sport sein sollte.
Und natürlich noch dieser Vollhonk, dem es nicht genug war über den Platz zu laufen, sondern Franck Ribery noch eine mit dem Schal verpasst hat. Ein wahrer Unterstützer des Vereins.

Mehr gab es nicht zu berichten. Irgendwie war mir der Ausgang des Spiels auch so egal, wie die (noch) nicht vorhandenen Tränen der Bayern…

Warum hab ich mir das angetan?
Ich bin mal wieder in den Volkspark gefahr`n.
Gegen die Bayern im Pokal
Mit Hoffnung auf nen Sieg der Moral!

Damit wurd`s nichts, gab auf die Ohr`n
Unter Flutlicht wieder mal verlor`n
Es ist normal lautet der Schluss
Weshalb`s mit nicht gefallen muss

Bayern siegt nur, weil es viel Kohle hat
Vielleicht verdient, ich hab es trotzdem so satt

Doch eines Tages werd`n wir uns rächen
Wir werd`n die Dominanz der Bayern brechen
Wir werd`n Meister sein und wir hol`n den Pokal
Und dann sind sie am wein` doch das ist uns egal!

Egal (egal), Egal (egal), Egal (egal)
ja dann ist es egal, Egal (egal), Egal (egal)
Egal (egal), dann ist es scheißegal

Ach und falls jemand wissen will, was heute morgen auf dem Weg zur Arbeit im Radio lief, es waren die Ärtzte mit Zu spät...

Montag, 27. Oktober 2014

Ärgern und freuen in Berlin

Logischer Weise war mir klar, dass es auch unter Zinnbauer schlechtere Spiele geben würde, aber warum muss das ausgerechnet dann sein, wenn ich im Stadion bin?
So erlebte ich mein Highlight des Tages schon in der S-Bahn auf der Anreise zum Stadion, als ein Minicapo, der wahrscheinlich (altersgerecht) noch nicht einmal seinen Namen schreiben konnte absolut textsicher die Fangesänge einstimmte und dessen Augen vor Glanz fast explodierten, als die gute Seite des Wagons in seinen Gesang einfiel.

Ich mag solche Szenen und zufällige Begegnungen, wenn ich Fußball gucken gehe oder Auswärts fahre, wenn man in der Kurve einen Kumpel trifft, den man lange nicht gesehen hat. Aber natürlich gab es auch jede Menge geplante Begegnungen, wenn es auch manchemal einen zweiten Anlauf brauchte um einen Kontakt herzustellen. Im Großen und Ganzen verlebte ich das Wochenende im Kreise der Sitzkissenfraktionäre, die mir die Niederlage erträglich machten.

Ich muss zugeben, dass ich ob der erbrachten Leistung des HSV einigermaßen enttäuscht war, wobei ich keinem der Spieler das Engagement absprechen will, doch die zuletzt so gelobte Mannschaftsleistung wollte einfach nicht zustande kommen. Zumindest wollte sie nicht länger als 15 Minuten anhalten.
Die Hertha überließ dem HSV das Spielgerät, der wieder einmal nichts damit anzufangen wusste und konterte die aufgerückten Gäste ein ums andere mal aus. Ein ebenso einfacher wie erfolgreicher Gameplan.

Gerade nach dem Rückstand war deutlich zu sehen, dass es dem HSV an jeglicher Durchschlagskraft fehlte und so war man dem Ausgleich in keiner Situation wirklich nahe, nach dem zweiten Gegentor war der Drops dann gelutscht. Die vier Offensivspieler fielen mit ob ihrer Unauffälligkeit besonders auf, van der Vaarts Pass auf Jansen kurz vor dem 1:0 war die einzige Szene der Beiden, von Müller bleibt der Tritt auf dem Ball in aussichtsreicher Position, von Lasogga lediglich die Pfiffe gegen ihn in Erinnerung. Den Einsatzwillen spreche ich ihnen (siehe oben) jedoch nicht ab.

Hinterfragen sollte man jedoch den gesamten Spielverlauf. Warum meint man als Tabellensechzehnter immer wieder das Spiel machen zu müssen und gibt so den Gegnern selbst Auswärts die Gelegenheit zum Kontern?
Natürlich kann man einen gerade eroberten Ball schlecht freiwillig zurückgeben, aber man könnte einen Angriff doch schnell und konsequent spielen, anstatt immer wieder zuerst den sicheren Ball in die Breite zu spielen und so der Abwehr die Zeit zu geben sich zu formieren, um sich dann die Zähne daran auszubeißen. So wie am Samstag macht man es den Gegner zu leicht.

Fraglich ist momentan auch der Wert des Kapitäns für die Mannschaft, gleich dem guten alten Käfer läuft und läuft er, ohne dabei so recht auf Touren zu kommen. Geniale Momente waren bis auf den erwähnten Pass auf Jansen nicht zusehen. Okay, das gilt natürlich auch für den Rest der Mannschaft, doch ist diese zumindest dazu in der Lage ab und zu mal ein Sprintduell zu gewinnen.
Aber ich möchte mich hier nicht auf einzelne Spieler einschießen, dazu besteht auch kein Anlass.
Anlass zur Kritik sah der Trainer und ließ direkt nach dem Abpfiff einen Kreis bilden, um den Seinen deutlich zu machen, was er von ihrer Darbietung gehalten hat. Entsprechend bedröppelt kam die Mannschaft dann in die Kurve, um sich bei den Fans zu bedanken, welche diese Geste mit mäßigem Applaus entgegennahmen.

Auf der Rückfahrt hatten wir dann keinen Minicapo, und eigentlich war auch niemanden zum Singen zumute und so war ein zwanzigminütiger Zwangsaufenthalt wegen Gleisschäden das Highlight der S-Bahn Rückfahrt. Immerhin.
Mit zunehmender Dauer des Tages kam die Laune dann zurück und so hatten wir noch einen feucht fröhlichen Abend. Am Ende stand einmal mehr das Fazit:
Ein wunderbares Wochenende, wenn nur nicht immer dieser Fußball wäre…
Danke an alle, die zum Gelingen des Berlintrips beigetragen haben!

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Wir lieben uns´ren Trainer



Wisst Ihr eigentlich wieviele Trainer der HSV in seiner dinotastischen Bundesligazeit verschlissen hat?
Ich auch nicht.
Aber als Mirko Slomka jüngst gehen musste habe ich versucht mich an sie zu erinnern und sie in einen Vers zu pressen, damit ich sie auch nicht wieder vergessen kann.
Grundlage für den Vers ist die Version Otto Waalkes von Billy Joels „We didn't start the fire“, das bei ihm „Grund zum Feiern“ heißt.

Öffnet den Link zum Video und lest meinen Text zum Lied.
Viel Spaß!



Mirko Slomka, Martin Jol
Armin Veh und Thomas Doll
Frank Arnesen, Labbadia, Moniz und Ralf Schehr
Klaus Toppmöller, Armin Veh, Michel Oenning (jeminee)
Bert von Marvijk, Thorsten Fink, Stevens bitte sehr
Benno Möhlmann, Volker Schock, 
Egon Coordes, hard like rock
Pagelsdorf, Hieronymus
Jetzt Zinnbauer und dann ist Schluß

Wir lieben uns`ren Trainer
Bringt die Jungs zum Laufen
lässt sie nicht verschnaufen
Wir lieben uns`ren Trainer
gegen die Gewalten
wollen wir ihn halten

Felix Magath, Jaras Kurt
war Dauerlauf und jetzt ist Spurt
Benno Möhlmann, Cardoso
machten uns nicht wirklich froh

Aleks Ristic mit Bonbon
war grad hier da ging er schon
Willi Reimann, Arkoc Özcan, Skoblar
das war dumm
Branko Zebec auf der Bank
erst im Rausch dann leider krank
Als die Ära Happel fiel,
kippt Erfolg mit um
Kuno Klötzer ,Gutendorf
Georg Knöpfle, K-D Ochs
Koch und Schneider, Gawliczek
Der Wilke fehlt
was für ein Schreck

Wir lieben uns`re Trainer
Tun sie teuer kaufen
lassen sie dann laufen
Wir lieben uns`re Trainer
Karussel muss drehen
und drum soll`n sie gehen, sie gehen
sie gehen, gehen, gehen, gehen…!
 

Montag, 20. Oktober 2014

Ein positives Fazit

57.05% Ballbesitz, 17:9 Torschüsse, 5:2 Ecken und 52,45% gewonnene Zweikämpfe, doch am Ende stand es „nur“ 1:1. Dieses Unentschieden gilt es jetzt richtig einzuordnen.
Schon vor dem Spiel wusste ich nicht so recht, was ich erwarten sollte, danach stelle ich fest, dass die positiven Eindrücke überwiegen. Auffällig war, dass die optische Überlegenheit nicht nur in Torschüsse, sondern auch in echte Chancen umgewandelt wurde, dieses sogar gegen eine Verteidigung, die weniger als ein Tor pro Spiel zugelassen hat. Die Chancen entstanden, dem modernen Fußball entsprechend, aus schnellem Umschaltspiel und Standards und es wurde einmal mehr deutlich, dass eine hohe Ballbesitzquote mehr Fluch als Segen ist.

Auch wenn das Drehen eines Spiels wieder nicht ganz gelungen ist, hat die Mannschaft es geschafft ein Spiel, das eigentlich perfekt für den Gegner lief noch auszugleichen. Hoffenheim wollte keinen Ballbesitz, sie wollten den HSV kommen lassen, um wie beim 0:1 nach Balleroberung zu Chancen zu kommen. Verwundert hat mich, wie sehr sich der Gast gerade in der zweiten Halbzeit dabei zurückgezogen hat. So fanden die Balleroberungen meist tief in der eigenen Hälfte statt und der Weg zum HSV-Tor war entsprechend weit.

Ebenfalls positiv ist die zunehmende Stabilität in der Abwehr, wobei gerade die Defensivlaufwege von Valon Behrami eine Augenweide sind. Die Präsenz des schweizer Nationalspielers macht in diesem Jahr den Unterschied und lässt vor allem die Innenverteidiger besser aussehen. Matthias Ostrzolek findet sich auch immer besser zurecht und auch Ashton Götz hat nach seiner Einwechselung ein kleines Ausrufungszeichen gesetzt.

Am Wichtigsten war mir aber, dass nach dem unerwarteten Sieg in Dortmund kein Nachlassen zu erkennen war. Das Engagement stimmte absolut, auch wenn im offensiven Mittelfeld deutlich zu sehen war, dass die Abstimmung zwischen van der Vaart und Holtby verbesserungswürdig ist und eine Rechtslastigkeit im Spiel nach vorne die Folge daraus war. Holtby drängte oft ins Zentrum und der Kapitän rückte nach rechts raus anstatt den freiwerdenden raum auf Links zu nutzen. Doch für den ersten Auftritt in dieser Konstellation gegen eine starke Abwehr war das schon sehr ordentlich und der Trainer muss ja auch noch etwas zum Verbessern haben.

Das Fazit aus dem gestrigen Spiel fällt also sehr positiv aus, auch wenn es nicht der langersehnte Heimsieg geworden ist. Gerade in der zweiten Halbzeit ist es gelungen einen Gegner, der uns in seiner Entwicklung ein Jahr oder mehr voraus ist zu beherrschen und vielleicht will der Fußballgott ja, dass der nächste Heimsieg auuusgerechnet gegen den Gegner des letzten Heimsiegs gelingt.
Gespannt bin ich, wie die taktische Ausrichtung gegen die Hertha aussehen wird, die selbst auf Schalke versucht haben das Spiel zu machen, was dem HSV entgegenkommen könnte. Ich freue mich jedenfalls auf Berlin. Auch, aber nicht nur des Fußballs wegen.

Freitag, 17. Oktober 2014

Erwartungen

Mit welcher Erwartung soll man in das Sonntagsspiel gegen Hoffenheim gehen?
Da ja in den letzten beiden Spielen je eine Negativserie durchbrochen würde, könnte man durchaus davon ausgehen, dass nach dem ersten Tor dieser Saison gegen Frankfurt und dem ersten Auswärtssieg seit van Marwijk, es jetzt zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren gelingt einen Sieg zu bestätigen. Und dann könnte man vom Beginn einer Siegesserie reden, die in der Folgewoche in Berlin ausgebaut werden könnte und dann…
… dann klingelt irgendwann der Wecker und beendet den Traum.

Vergessen wir nicht, dass wir als Tabellensiebzehnter auf den Zweiten treffen, dass in Hoffenheim in den letzten Jahren eine Entwicklung stattgefunden hat, die (zumindest bislang) zu einem sehr stabilen Konstrukt geführt hat. Es war sogar davon zu lesen, dass die TSG ein Angstgegner vom HSV sei, was allerdings nicht stimmt. Denn die Bilanz gegen die Kraichgauer ist bei jeweils fünf Siegen und Niederlagen, sowie zwei Unentschieden absolut ausgeglichen. In Hamburg ist sie bei 4S/1U/1N sogar ausgesprochen positiv, wenn auch das 1:5 der letzten Saison noch in bester Erinnerung ist.

Guckt man auf die Stimmung vor den HSV-Spielen unter Zinnbauer hatte man gegen Bayern schon verloren, war gegen Gladbach vielleicht etwas drin, musste gegen Frankfurt ein Sieg her und war man gegen Dortmund wieder absoluter Außenseiter. Die Ergebnisse wiedersprachen den Erwartungen fast komplett. Vor dem kommenden Spiel vermag ich aber weder in der Öffentlichkeit noch bei mir selbst eine klare Tendenz zu erkennen. Auch wenn die Leistungskurve in den letzten Wochen nach oben zeigt, wäre es vermessen einen Sieg  gegen Hoffenheim zu erwarten, auch wenn dieser natürlich nicht unmöglich ist. Auch die Wettquoten (Tipico: 2,5 / 3,4 / 2,8) sind alles andere als eindeutig und somit erwartet uns wohl tatsächlich ein Spiel in dem alles möglich ist.

Möglich erscheint auch eine Rückkehr von Rafael van der Vaart in die Startelf. Wie das taktische Konzept mit dem Kapitän dann aussehen würde ist allerdings genau so offen, wie der Einsatz selbst. Denkbar wäre es Holtby auf die Jansen- oder Arslanposition zu schieben, wobei ich befürchte, dass der zuletzt sehr aktive Frischverpflichtete auf außen etwas verschenkt wäre. Wie dem auch sei, auf das Zusammenspiel von Holtby und vdV bin ich absolut gespannt.

Auch wenn ich aus Gründen des Selbstschutzes versuchen werde meine Erwartungen nicht zu hoch werden zu lassen, hoffe ich auf spannendes und erfolgreiches Spiel in dem es vielleicht auch dank van der Vaart zu ein paar klareren Tormöglichkeiten für den HSV als zuletzt kommt. Schön wäre es, wenn das Gefühl des Gewinnenmüssens in naher Zukunft verschwinden würde, doch dafür müsste man erst mal gewinnen…

Dienstag, 14. Oktober 2014

Finanzen



Nachdem die sportliche Krise beim HSV durch den langersehnten Sieg in Dortmund fürs Erste entschärft wurde, um von einer Bewältigung zu sprechen ist es natürlich noch viel zu früh, rücken in den etwas ruhigeren Tagen der Länderspielpause die maroden Finanzen des Vereins wieder in den Vordergrund. Gerade heute sind dazu gewohnt lesenswerte Beiträge in Daniel Jovanovs Kolumne auf Goal.com und in der HSV-Arena erschienen, in denen auf die Gefahren des vom neuen Vorstand des HSVs eingeschlagenen Wegs hingewiesen wird.

Natürlich sehe ich diese Gefahren auch. Allerdings frage ich mich auch, was die Alternativen zum eingeschlagenen Weg sind. Die Sparpolitik der letzten Jahre ist in meinen Augen vor allem daran gescheitert, dass eben nur gespart wurde und im sportlichen Bereich mit einem verklärten Blick auf das Prinzip Hoffnung gesetzt wurde. Für eine Umorientierung fehlte es an Visionen und Kompetenz. Eine Folge davon waren wegbrechende Einnahmen bei den Fernsehgeldern und beim Verkauf von VIP-Plätzen, weil der HSV nicht mehr „schick“ war. Dadurch wiederum blieb den Sparmaßnahmen der Erfolg verwehrt.

Beiersdorfer geht jetzt einen anderen Weg, er investiert in Spieler für den kurzfristigen und Manager für den langfristigen Erfolg. Beides kostet Geld, das der HSV schon lange nicht mehr hat. Selbst der neue Kredit von Herrn Kühne langt nicht um die Transfers und den Etat zu decken, weshalb man bei der Verpflichtung von Lewis Holtby den Umweg über das Leihgeschäft gehen musste.
Und doch halte ich den eingeschlagenen Weg für richtig. Man braucht den kurzfristigen Erfolg (und ich bin bereit die Spielweise unter Zinnbauer als erstes Anzeichen dafür zu werten) um positive Schlagzeilen zu generieren, um VIP-Plätze zu verkaufen und für Sponsoren attraktiv zu bleiben, aber auch um die Zeit bis die mittel- bis langfristig angesetzten Maßnahmen im Nachwuchsbereich Früchte tragen zu überbrücken.
Um den Spagat zwischen dem sportlich Wünschenswerten und dem finanziell Machbaren hinzubekommen wurde mit Frank Wettstein ein Finanzexperte in den Vorstand geholt, der natürlich auch erst einmal Geld kostet, aber für eine dringend benötige Kompetenzsteigerung im Finanzsektor sorgen soll.

So nachvollziehbar der Plan von Beiersdorfer & Co auch sein mag, Erfolg garantieren kann er selbstverständlich nicht. Eine Verletzungsserie, ein flatternder Freistoß in der Nachspielzeit, oder unvorhersehbare Entwicklungen einzelner Spieler sind Faktoren, die nicht kalkulierbar sind und wie sich eine sportliche Abwärtsspirale anfühlt wissen wir nur zu gut.
Doch auch der strikte Sparkurs der Weseraner, deren Erfolge bei vergleichsweise geringen wirtschaftlichen Möglichkeiten uns immer ein Dorn im Auge waren stößt an seine Grenzen, wenn ein paar falsche Personalentscheidungen getroffen werden.

Es ist natürlich absolut richtig den Finger in die Wunde des finanziellen Ungleichgewichts zu legen, doch bin ich davon überzeugt, dass sich die Verantwortlichen des Risikos bewusst sind und mit der angesprochenen Kompetenz in den Gremien entsprechend handeln. Für Beiersdorfers Weg den Verein zu führen sind potenzieller Partner, sei es als Sponsoren, Investoren, oder Besucher der VIP-Bereiche notwendig, ohne sie wird sein Konzept nicht aufgehen.
Den richtigen Weg, der den Erfolg garantiert gibt es nicht doch Beiersdorfers Entscheidung seinen Weg mit aller Konsequenz zu verfolgen kann ich bislang nur zustimmen.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Recherchiert

Um auch in der Länderspielpause einen aktuellen Bezug in den HSVTalk auf meinsportradio.de zu bekommen, werde ich mich in der kommenden Woche mit meinen Gästen der Zwoten des HSV widmen.
Nun verfolge ich zwar seit Jahr und Tag die meist wenig erfreulichen Ergebnisse des Regionalliganachwuchses, doch habe ich sie selbst noch nie live spielen sehen. Samstag wollte ich diesen Missstand korrigieren und vor Ort für meine Sendung recherchieren.

Als mich am Freitagabend ein Tweet der Wochenendrebellen erreichte, die sich vor dem #Bollzen noch mit ein paar Leuten auf eine Fanta treffen wollten, bot sich die Gelegenheit die zwei sprichwörtlichen Fliegen mit einer Klappe zu erlegen.
So fand ich mich also am Samstagvormittag bei schönstem Herbstwetter kaffeetrinkend in einer kleinen aber illustren Runde wieder, um mich über Fußball und die Welt zu unterhalten und einmal mehr zeigte sich, dass in diesem Internetz großartige Menschen unterwegs sind.
Leider musste ich mich mit den Rautenanhängern dieser Fußballökumene viel zu früh auf den Weg gen Hagenbeck begeben, um der Zwoten unsere Aufwartung zu machen.

Zur Ehrenrettung meiner Begleiter sei erwähnt, dass diese schon zu weniger erfolgreichen Zeiten den Weg zur U23 gefunden haben und nicht wie ich Erfolgsfans sind.
Überrascht war ich vom Zuschauerandrang für das Spiel HSV II – Hannover 96 II, das sogar als Derby bezeichnet wurde, obwohl in der Regionalliga die Anreise aus Hannover zu weitesten gehört…
Was soll`s. Der Andrang führte dazu, dass Nachzügler, die erst den Stau auf der A7 und dann keinen Parkplatz gefunden haben unverrichteter Dinge wieder abreisen mussten, da es an der Kasse hieß das Spiel sei ausverkauft. Schade für uns, frustrierend für Herrn Rebiger.

Wir waren aber rechtzeitig vor Ort, um frisch gestärkt den frühen Rückstand mitzubekommen, der mich doch recht unsanft daran erinnerte, dass ich beim HSV war und dass man meine Anwesenheit durchaus als böses Omen werten könnte. Allerdings hielten diese dunklen Gedanken nicht lange vor, denn der Hamburger Nachwuchs bekam die Partie schnell in den Griff, drehte sie und gewann am Ende absolut verdient mit 4:1.
Für Stimmung sorgten die 96er Ultras, die sich ja mit Herrn Kind überworfen haben und jetzt ihre U23 begleiten. Dabei beweisen sie sogar so viel Humor, dass sie ihre Heimatstadt als die schönste Stadt der Welt besingen. Großartig.

Die Hamburger Jungs zeigten noch, dass sie nicht nur Fußball, sondern auch Humba können und als wir auf dem Abmarsch an den Kabinen vorbeikamen hörten wir sie singen und feiern. Vollkommen zu recht übrigens, denn ihr Spiel war leidenschaftlich und mit diversen Spielzügen zum Zunge schnalzen versehen. Die genauere Bewertung des Gesehenen spare ich mir für den HSVTalk auf, jetzt möchte ich nur sagen, dass das Spiel einen hohen Unterhaltungswert und gute fußballerische Qualität besaß. Natürlich, denn auch in der Regionalliga gewinnt man nicht mal eben so in elf von zwölf Spielen.

Das Fazit des Tages fällt also absolut positiv aus. Schönes Wetter, sympathische Menschen und guter Sport. Was will man mehr?