Posts mit dem Label HSVTalk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label HSVTalk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 25. Dezember 2020

#HSVentskalender 2020

 Ach war das schön.

Zusammen mit Tanja und 24 Gästen durfte ich 24 HSV-Momente durchleben. Natürlich könnt ihr das alles auf meinsportpodcast.de nachhören. Wenn ihr dort nach dem HSVTalk sucht findet ihr auch viele weitere Episoden, bei denen sich das Nachhören eventuell lohnt.

Hier ist für den diesjährigen #HSVentskalender eine kleine Übersicht falls ihr eine Folge verpasst habt. Tür, Vorname Twitterhandle und Thema. Ich denke ihr kommt klar.

Auch hier möchte ich mich bei allen Gästen, die ihren HSV-Moment mit uns geteilt haben ganz herzlich bedanken. Natürlich gilt dieser Dank auch für alle Gäste der „normalen“ HSVTalks und ganz besonders für Tanja, ohne die es diesen Podcast gar nicht mehr geben würde.


Tür 1 Alex          @TrapperSeitenb      Hermann Rieger

Tür 2   Lars     @Herr Eberhardt     Kopenhagen

Tür 3   Nils     @Husmannismus     Mannheim

Tür 4   Ivo     @braze77             Skopje und München

Tür 5  Jörg     @tierimtor             Huub Stevens

Tür 6  Rollo     @Hallo_Rollo     Wolfsburg

Tür 7 Lars     @magicpogo     München 91

Tür 8  Nando     @fsantossilva     Gladbach 90

Tür 9 Henning     @henningknop             Man City 

Tür 10 Daniel     @JovanovDaniel     Zu Besuch bei Hrubesch

Tür 11 Sven     @Sky_SvenT     1860

Tür 12 Miguel     @MiKaguera     1. Relgation

Tür 13 Sven     @SveEhr             Uli Stein

Tür 14 Matthias     @yellowled             Montpellier

Tür 15 Sebastian     @wollfseb             Fürth

Tür 16 Lasse     @gestoertebecker     Magdeburg

Tür 17 Andreas     @sport_thies     van Nistelrooy

Tür 18 Sascha     @HerrMoosbach     Mannheim 84

Tür 19 Marcus     @scholle_1887             Real Madrid 80

Tür 20 Kai     @abknicker             Pagelsdorf

Tür 21 Tobias     @Yesrocks             Kaiserslautern 79

Tür 22 Tanja     @kuehles_Blondes     Frauenfußball

Tür 23 Timo     @moinmointimo             Abstieg

Tür 24 Florian     @nedfuller             Abschied


Viel Spaß beim Hören!

Sonntag, 5. Juli 2020

Fear of the dark

Genau vor einer Woche saß ich nach dem Frühstück auf der Terrasse und ließ meine Gedanken in Richtung des letzten Spieltags der Saison schweifen. Dachte an die Chancen, die eine erfolgreiche Relegation gegen grünweiß Weser böten, malte mir aber auch Szenarien des Scheiterns aus, dazu hörte ich etwas Musik und gerade als ich den Thread auf Twitter beenden wollte erklang aus der Bluetoothbox „Fear oft he dark“ von Iron Maiden. Die perfekte Untermalung für meine Gedanken.

Ein 1:5 gegen Sandhausen kam in meinen Gedanken jedoch nicht vor (ein Tor von Dennis Diekmeier dagegen schon). Natürlich kann man die zwei letzten Gegentore der Saison als Freakshow abtun, für den HSV waren sie typisch, führten sie doch auch dem letzten Betrachter die Hilflosigkeit von Mannschaft und Trainer vor Augen.

Hilflos war auch ich, sah mit zunehmenden Entsetzen dem Spielfilm #HSVSVS zu, die frühen Verletzungen, die Gegentore, der fulminant verwandelte Elfmeter, der doch ein Weckruf hätte sein müssen, dieser blieb aus, dann die erneute Verletzung, die Umstellung, der Elfmeter, die Freakshow, die Wut, die Leere, die Angst um den Verein, dazu die Schadenfreude, aber auch der Trost…

Drei Tage später nahmen Tanja und ich mit unserem Gast Sven Ehrich den HSVTalk Nachspielzeit auf und ich war selbst überrascht, wie gefasst wir waren, kaum Wut, die Enttäuschung zwischen den Sätzen versteckt und kaum Angst um den Verein. Zumindest kam diese nicht über unsere Lippen.
Und doch war, doch ist sie zumindest bei mir da.

Ich gehe den Weg des Vereins seit Jahren mit, auch wenn er mir oft nicht gefällt.
Ich spüre den Schatten der uns verfolgt, der uns vor sich hintreibt. Der uns auf dem unebenen Weg immer wieder straucheln lässt, die Hosen an den Knien längst zerrissen, den Blick viel zu oft nach hinten gerichtet, um den Hindernissen auszuweichen, die sich scheinbar von selbst vor uns errichten. Jedes Fünkchen Licht lässt uns den Kurs ändern, um ihm näher zu kommen, um den Schatten loszuwerden, der doch durch unseren Zickzackkurs immer schneller aufzuholen scheint.

Fear of the dark
Fear of the dark
I have a constant fear that something's always near
Fear of the dark
Fear of the dark
I have a phobia that someone's always there

„Da ist nichts!“ sagen wir immer wieder laut, auch wenn wir die Gegenwart des Schattens spüren, als könnten wir ihn durch einfaches Verleugnen loswerden, doch auch wenn wir es manchmal ganz nah an die Helligkeit heranschaffen, wird seine Präsenz dort, gleich einem Traum kurz vor dem Aufwachen, nur umso stärker. Und der Reflex ist immer der Gleiche. Wir blicken zurück, viel zu oft, wir lassen die Hindernisse vor uns aus den Augen, wir straucheln und bis wir uns wieder hochrappeln ist von dem Licht vor uns nur noch ein schwacher Schimmer zu erkennen.

Fear of the dark
Fear of the dark
I have a constant fear that something's always near
Fear of the dark
Fear of the dark
I have a phobia that someone's always there

Doch wir stehen noch, wir gehen weiter, wir folgen dem Licht, wir nehmen uns auch ganz fest vor, dass uns diesmal nichts und niemand von unserem Weg abbringt. Da ist nichts was uns verfolgt. Auch wenn wir glauben etwas zu spüren, Schritte zu hören, die uns eine Gänsehaut bereiten, die uns erschaudern lassen.
Da ist nichts, wenn wir nur fest genug an uns und unseren Weg glauben, wenn wir uns an den Händen halten und gegenseitig auf einander aufpassen, wenn wir die Hindernisse gemeinsam erkennen und aus dem Weg räumen.
Da ist nichts!

Fear of the dark
Fear of the dark
I have a constant fear that something's always near
Fear of the dark
Fear of the dark
I have a phobia that someone's always there

Samstag, 13. April 2019

Tschüß HSVTalk

Seit ich nicht mehr podcaste und auch kaum noch blogge hat sich mein Verhältnis zum HSV schon ziemlich verändert, oder vielleicht podcaste und blogge ich nicht mehr, weil sich mein Verhältnis zum HSV geändert hat.
Wenn ich mal ehrlich bin, wäre der Zeitaufwand für einen HSVTalk durchaus überschaubar, egal oder dieser monatlich, oder auch wöchentlich erscheinen würde und wenn es denn wirklich mal knapp würde könnte ich mir auch jemanden ins Boot holen, um mich zu entlasten.
Nein, den Zeitaufwand habe ich nur als nachvollziehbares Argument vorgeschoben, auch wenn es teilweise nicht leicht war den inneren Schweinehund zu überwinden.

Jahrelang habe ich mich auf jede Neuigkeit, jede Randnotiz und jedes Gerücht gestürzt, schließlich hielt ich es für meine Pflicht immer auf einem aktuellen Stand zu sein, wenn eine weitere Sendung aufgenommen wurde. Wurde ich während eines Talks mal von News überrascht, war es mir sehr unangenehm. Pflicht und so…
Gerade im Off, nach den Sendungen plauderten viele Gäste aus dem Nähkästchen und so erfuhr ich Dinge über den Verein, die ich als Fan eigentlich gar nicht wissen wollte. Natürlich war es auch faszinierend einen Blick in den Kaninchenbau zu riskieren, doch hat dieser Blick auch viel von der Leidenschaft und Freude den Verein als Fan zu begleiten genommen.

Ich war davon überzeugt, dass die Ausgliederung 2014 die einzige Chance zur Erneuerung des Vereins war, der Weg aus Filz, Muff und Vereinsmeierei. Auch heute noch bin ich davon überzeugt, nur weiß ich jetzt, dass sie vertan, oder besser verschleudert wurde.
Im Prinzip war es wie immer. Personen, die an chronischer Selbstüberschätzung litten fuhren den Wagen mit Vollgas Richtung Wand, nur das diesmal neben den altbekannten „vereinsnahen Kreisen“ auch noch der Geldgeber versuchte den Kurs zu beeinflussen.
Das Ergebnis ist bekannt.

Die Art und Weise, wie sich Bernd Hoffmann an die Spitze der AG manövriert hat machte bei mir den Rest Hoffnung auf Veränderung kaputt. Ich weiß nicht zu hundert Prozent, ob er vor seiner Wahl zum Präsidenten des eV das Amt des Vorstandsvorsitzenden der AG angestrebt hat, bin mir aber sicher, dass er den maximalen Einfluss auf das Profigeschäft wollte und diesen hat er jetzt.
Daher ist und bleibt er für mich auch der Lügenbernd. Der Umgang mit den Anteilen des eV und deren weiteren Veräußerung bestätigte mich in meiner Einschätzng. (Nein, ich traue Thomas Schulz keine eigene Meinung zu)
Natürlich finde ich auch richtig, dass momentan Schritte in Richtung wirtschaftlicher Vernunft bei Verträgen und Ablösen gegangen werden, nur muss mir niemand erzählen, dass dies freiwillig, oder gar aus Überzeugung getan würde. Es gibt einfach keine andere Möglichkeit mehr und es wird auch auf absehbare Zeit keine mehr geben.

Wenn die Mannschaft, wie in den letzten Ligaspielen hinter jeglichen Erwartungen zurückbleibt denke ich reflexartig an die Treuebekenntnisse von Hoffmann und Becker in Richtung Trainer, der es meiner Meinung nach in keinster Weise geschafft hat seine Spieler weiter zu entwickeln und von dieser Einschätzung bringen mich auch die guten Spiele gegen Pauli und Paderborn nicht ab.
Dieser ganze Stadtmeisterquatsch erinnert mich eh nur an die Unabsteigbarfarce.
Man sucht sich irgendetwas um dies abfeiern zu können und reduziert damit die Kraft und Fokussierung auf die anstehenden Ziele.

Lese ich wie heute in der Mopo eine Aussage von Mangala:
„Ich denke, dass wir uns zuletzt zu sehr das Spiel des Gegners haben aufdrängen lassen. Wir müssen wieder mehr unser eigenes Spiel durchdrücken, denn wir sind stark. Wir brauchen wieder eine breitere Brust.“
Denke ich, dass sich da auch der Trainer nicht aus der Verantwortung ausschließen kann, ausschließen darf. Auch wenn letztlich die Spieler liefern müssen, ist es am Trainer durch Aufstellung und Auswechselungen Einfluss auf das Geschehen auf dem Platz zu nehmen.
Damit sage ich nicht, dass es unter Christian Titz oder Markus Gisdol besser stünde, Kritik am Trainer des Rückrunden elften darf aber wohl erlaubt sein. Auch von einem Fan.

Vielleicht kann der Leser erkennen, dass mir der HSV noch lange nicht egal ist, ich gehe nach wie vor ins Stadion und bin am nächsten Tag mit angeschlagenen Stimmbändern wieder auf der Arbeit. Dies übrigens vom Unterstützen und nicht vom Meckern.
Ich befasse mich auch weiterhin gedanklich mit meinem Verein, dies allerdings nicht aus Pflichtgefühl, sondern nur noch weil und wann ich  es will. Auch war ich bei der HSV-MV und werde wahrscheinlich auch beim nächsten Mal dort sein.
Nur will ich nicht mehr darüber reden. Zumindest nicht in meinem eigenen Podcast.

Ich werde in Kürze  die HSVTalk Accounts bei Twitter und Facebook löschen und möchte mich heute noch einmal bedanken.
Bei den 70 Gästen, die die 145 HSVTalks ermöglicht haben und die mir technische Pannen und moderative Unzulänglichkeiten verziehen haben. Die Gespräche mit euch habe ich immer genossen, sie waren mein eigentlicher Antrieb und haben mir den Entschluss aufzuhören so schwer wie möglich gemacht.
Bei meinen/unseren Hörern für die Treue und auch für das Feedback, das ich bekommen habe. Ich hätte gerne mehr von euch persönlich kennengelernt.
Beim Team von meinsportpodcast.de, bei Thomas der mir das Pocasten zugetraut und ermöglicht hat, bei Robert der mir durch manchem technischen Engpass geholfen hat, bei Malte und Andreas für ihren stets geduldigen Support, bei den ganzen Podcastkollegen, die viel mehr als nur Kollegen für mich sind. Danke auch dafür, dass ihr mir die Tür so lange offen gelassen habt. Ich freue mich darauf euch hoffentlich bald einmal wieder zu sehen.
Last but not least einen herzlichen Dank an meine Familie, die mich nicht nur machen ließ, sondern mich bei meinem Tun auch immer unterstützt hat.

Tschüß und
Nur der HSV!

Sonntag, 11. März 2018

Meine HSV-Woche

Ein 0:6 in München ist ja eigentlich nichts, was einen eingefleischten HSV-Fan erschüttern könnte und so ist es auch in diesem Jahr bei mir gewesen. Ein Kopfschütteln über die dargebotene Leistung meines Vereins und ein paar dumme Sprüche über Twitter aus Selbstschutz, das wäre die normale Reaktion, wenn in der vergangenen Woche nicht so viel passiert wäre, über das es sich meiner Meinung nach zu reden lohnt.

Wie im letzten Blogbeitrag geschrieben ist der HSV für mich seit der Niederlage von der Weser abgestiegen. Das Engagement vom Heimspiel gegen Mainz, gepaart mit der Unfähigkeit das Runde ins Eckige zu bugsieren war dann schon fast eine Erleichterung, hätte ein Sieg doch neue Hoffnung gebracht und so das Leiden verlängert. So entschloss ich mich mir Gäste in den HSVTalk zu holen, die noch hoffen.
Die Reaktionen auf diesen Talk waren interessant, vielfältig, aber durchweg positiv.

HSVTalk Hoffnung

Zwei Tage später wurden Bruchhagen und Todt entlassen.
Bernd Hoffmann machte das wahr, was er während seines Wahlkampfs angedeutet hat, ohne es auszusprechen. In seiner zweiten Aufsichtsratssitzung ließ er sich zum Vorsitzenden des Gremiums wählen und löste Michael Krall nach nur einem Monat Amtszeit ab. Selbstverständlich wurde diese Entscheidung, wie auch die zur Demission Bruchhagens einstimmig getroffen. Dann wurde Bruchhagen freigestellt und Frank Wettstein, jetzt alleiniger Vorstand entließ Jens Todt. Positiv ist, dass die Diskussionen zur Mehrheitsfindung komplett dort blieben wo sie hingehören, nämlich im Aufsichtsrat. Beim HSV beileibe keine Selbstverständlichkeit.

Meine Einschätzung auf meinsportradio.de vom Donnerstag

Und noch ein Positivum möchte ich nicht unbemerkt lassen. In Krisenzeiten kann man darauf wetten, dass die Granden glorreicher Zeiten aus den Löchern gekrochen kommen, sich vor die Mikrofone und Notizblöcke stellen und kritisieren was das Zeug hält. Umso bemerkenswerter ist es, dass sich Marcell Jansen gerade in diesen, vielleicht dunkelsten Tagen der Vereinsgeschichte in ein Amt berufen lässt und versucht im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas für den HSV zu bewirken. Hut ab Cello!

Zurück zum Donnerstag. Schnell war wieder vom Chaos in Hamburg zu lesen, doch ebenso schnell schwenkte dieses Gerede in Verständnis um. Wann außer sofort sollte man eine Neuausrichtung des Vereins in die Wege leiten? In der Sommerpause wäre es wohl zu spät gewesen.
Natürlich wäre es schön, wenn der neue starke sportliche Leiter schon installiert wäre, oder der Abschluss mit einem solchen wenigstens kurz bevor stehen würde, denn obwohl der Verein pro forma handlungsfähig ist und sich das verbliebene Vortstandsmitglied Frank Wettstein in sportlichen Dingen bei Bernhard Peters und Johannes Spors Rat holen kann, verbleibt der Eindruck eines Vakuums.
Für mich wäre ein fließender Übergang von Bruchhagen/Todt zu Mister X oder X/Y sinnvoller gewesen und ich kann mir vorstellen, dass beide Entscheidungsträger dazu bereit gewesen wären, doch kann ich mich da natürlich auch irren.


Mich beschleicht auch immer mehr das Gefühl, dass wir auch ein Motivationsvakuum auf der Bank sitzen haben. Bernd Hollerbach ist ein Mann der Tat und nicht des Wortes, doch war ich ob seiner Mimik während der donnerstäglichen Spieltags-PK entsetzt.
Würde ich jetzt den (mir) fehlenden Funken in den Augen des Trainers eins zu eins mit der ausgebliebenen Leistung der Mannschaft in München in Verbindung bringen, wäre das zu eindimensional gedacht und auch unter Labbadia und Gisdol gab es während der Aufholjagden Auftritte dieser Art, doch war gestern nichts von einem Wirgefühl auf dem Platz zu bemerken.

Wenn sich dann nach dem Spiel ein Papadopoulos hinstellt und über ausgebliebene Verstärkungen im Winter jammert klingt das schon sehr nach der Suche nach Ausreden. Wenn sich ein Schipplock über die Einstellung seiner Kollegen beschwert möchte in bester Trappatonimanier fragen: „Was erlaube Schipplock? Drei Jahre gespielt wie Flasche leer, keine Tor getroffen und jetzt reden über Einstellung von Mitspieler“ Mit anderen Worten, der Zusammenhalt im Team, der dem HSV mehrmals die Klasse gehalten hat scheint in diesem Jahr nicht vorhanden zu sein. Die Spieler wirken genauso zermürbt wie Medien und Fans.

Das bringt mich zum nächsten Thema.
Wenn Teile von uns Fans meinen die Spieler mit Plakaten und Kreuzen bedrohen zu müssen so ist das eine Straftat und mit nichts zu rechtfertigen!
Trotzdem sehe ich in dieser absolut überzogenen Reaktion nur den Wunsch sich Gehör zu verschaffen. Die gängigen Floskeln wie „Scheiß Millionäre“ und so weiter werden doch schon vom Boulevard in der Suche um Aufmerksamkeit verwendet. Wer die Luschenkampagne der Bild gesehen hat kann sich nur noch angeekelt abwenden, wer die Spielerbewertung des Abendblatts in der Ursprungsfassung gelesen hat kann deutlich erkennen, dass eine Steigerung dessen was da stand nur noch in diesem unsäglichen verachtungswürdigen Plakataktionen zu finden ist.
Dazu war der Liveberichterstattung auf Sky angefangen mit diesem von Volksmusik untermalten Torzusammenschnitt, über dem unsachlichen und vor Häme triefenden Kommentar von Frank Buschmann, bis zu den eingespielten Kommentaren eines Lothar Matthäus anzumerken mit welchen Genuss der Spielverlauf begleitet wurde.

Als kurz nach dem Abpfiff Bilder des oben genannten Plakats im Netz erschienen sind waren gerade diese Medien die ersten, die dies verurteilten, selbstverständlich ohne sich selbst zu hinterfragen.

Im letzten Blogbeitrag endete ich mit der schwachen Hoffnung, dass wir mit etwas Restwürde und Anstand absteigen würden, diese Hoffnung möchte ich wider besseren Wissens erneuern und mit einem Appell an die die begleitenden Medien ergänzen ein Mindestmaß an Sachlichkeit walten zu lassen, oder wenigstens darauf zu verzichten weiteres Öl ins Feuer zu gießen. An die Teile der Fans zu appellieren, die Gewalt androhen halte ich für sinnlos, da kann man nur versuchen dem Pöbel so wenig Plattform wie möglich zu geben.
Nur der HSV!

Samstag, 16. Dezember 2017

In Frage gestellt

Heut Morgen fand ich auf Facebook folgende Aussage von Martin Sonnleitner, den ich sehr gerne lese, wenn er für die Welt schreibt, der auf Facebook aber natürlich privat unterwegs ist.
#HSV Und wer den Schuss noch nicht gehört hat: 15 Punkten nach Hinserie sind ein Armutszeugnis, auch für den Coach. Unter normalen Umständen wäre der lä‬ngst massiv in Frage gestellt. HSV ist aber nicht normal, sondern hochverschuldet.
Martins Aussage wurde direkt nach dem Spiel verfasst und doch glaube ich, dass er damit vielen HSVern aus der Seele schreibt und daher will ich mich einmal damit befassen.

Mal davon abgesehen, dass die Eröffnungsfloskel „Und wer den Schuss noch nicht gehört hat“ impliziert, dass der Verfasser und alle gleichdenkenden recht haben und diejenigen, die seiner These nicht folgen blind, verblendet oder schlimmeres sind macht es sich Martin meiner Meinung nach zu leicht.
15 Punkte nach der Hinrunde sind indiskutabel für den gesamten Verein, also auch und das in erster Linie für den Trainer und dass sich der Verein seit Jahren an der Grenze zur Handlungsunfähigkeit bewegt ist nun wirklich keine neue Erkenntnis, doch ist dies der Grund, weshalb Markus Gisdol noch  nicht in Frage gestellt wurde?

Wer stellt eigentlich einen Trainer in Frage?
Meist geschieht das erst in der Öffentlichkeit durch Äußerungen, wie die von Martin, durch Vergleiche der Punktausbeute mit den Vorgängern, kurz durch die Sehnsucht den einen Verantwortlichen für die Miesere benennen zu können.
Beim HSV war es lange Zeit darüber hinaus so, dass sich die Verantwortlichen so ungeschickt geäußert haben, dass man ihren Zweifel am Trainer zwischen den Zeilen heraushören konnte und sie so gewollt oder ungewollt die Trainerdiskussion befeuerten.

Momentan sprechen zwei Gründe dafür, dass der HSV an Markus Gisdol festhält.
Da wäre einmal Heribert Bruchhagen, der bekannt dafür ist an Trainern festzuhalten und dann ist da noch die Mannschaft selbst, die durch ihr Auftreten in der zweiten Halbzeit gegen Frankfurt und über weite Teile in Mönchengladbach zeigt, dass sie bereit ist sich gegen Niederlagen mit allem was sie hat zu stemmen.
Natürlich sind Bruchhagen durch die leeren Kassen die Hände gebunden und da muss er sich noch einmal mehr überlegen, ob es Sinn macht sich vom Trainer zu trennen, doch wage ich zu behaupten, dass er auch ohne diese Zwänge an Gisdol festhalten würde, weil er der Alternative (wie immer sie auch hieße) keine größere Erfolgschance zutrauen würde und weil die Mannschaft in den letzten Spielen eben zurückgekommen ist und zwar von ganz weit unten.

Mir selbst bereitet es fast körperliche Schmerzen sehen zu müssen, wie vogelwild ungeordnet und fast schon hilflos der HSV zwischen der 10. Und 30. Minute gegen Frankfurt und zu Beginn gegen Gladbach spielte, doch schaffte man es in beiden Begegnungen ins Spiel zurück. Gegen Frankfurt lieferte der HSV die stärkste zweite Halbzeit seit langem ab und gegen Gladbach war man drauf und dran das Spiel zu drehen. Natürlich fehlte in beiden Begegnungen der Erfolg, doch konnte man deutlich sehen, dass es in der Mannschaft stimmt.

Ich fände es großartig, wenn der HSV diesmal am Trainer festhalten würde, wenn er dem Kader vertrauen würde und auf panische Wintereinkäufe verzichten würde (dies schließt Kaderentwicklungen nicht aus), großartig wäre es dies offensiv zu verkünden, so mit Köpfen und Geschichten für den Verein zu werben , um die Lücken auf den Tribünen möglichst bald wieder zu füllen. Ideal wäre es sogar, wenn man von Kühne angebotenes Geld zurückweisen würde, um das Vertrauen in Trainer und Kader unter Beweis zu stellen.

Der HSV hat in den letzten Jahren einige Krisen überwunden in dem er Trainer und/oder Manager gefeuert hat, um sofort wieder in die nächste Krise zu schlittern. Würde man die jetzige Situation meistern ohne das verantwortliche Personal auszutauschen, könnte daraus eine Entwicklung entstehen. Dafür muss der Vorstand aber glaubhaft machen, dass er von diesem Weg überzeugt ist und ihn nicht mangels finanziellen Spielraums beschreitet.
Jetzt sind sie gefordert Herr Bruchhagen.

BTW: Über die Taktik des HSV habe ich mich mit Tobias Escher im HSVTalk unterhalten


Sonntag, 27. August 2017

Alles gut?

Vor zwei Wochen sah es anders aus, die erbärmliche Vorstellung (das Wort Leistung verbietet sich hier) von Osnabrück ließ Schlimmes für diese Saison ahnen. Doch wesentlich schwerer wog meiner Meinung nach, dass sich die Vereinspolitik, die sich nach wie vor von Angst und Bedenken treiben lässt auf dem Spielfeld widerspiegelte.
Mut- und ideenlos, uninspiriert und mit veränderten Situationen überfordert war der HSV in diesem Pokalspiel und genau so habe ich die handelnden Personen in der Sommerpause empfunden.
Nein, die Veränderungen im Kader überzeugen mich nicht, zumal das gesetzte Ziel der Gehaltseinsparungen schon beim ersten mallorquinischem Grummeln über den Haufen geworfen wurde.

Und es wurde nachgelegt aus Mallorca. Die Statements über Luschen, Unerfahrenheit und mangelnder Handlungswilligkeit habe ich dabei als ein zwar immer wieder nerviges, jedoch schon gewohntes Sommergewitter abgetan. Bei dem Dreieckshandel: „Ohne Vertragsverlängerung mit Wood helfe ich euch nicht bei Hahn“ sieht das schon ganz anders aus.
Ich bin mir sicher, dass der Gönner meinte sein Ultimatum sei zum Besten des HSV, aber verdammte Axt er als Person außerhalb des Vereins hat nicht zu entscheiden, was dieses Beste ist. Mit diesem von ihm selbst preisgegebenen Vorgehen wurde zudem erstmalig öffentlich bekannt, dass sich der Investor sehr wohl in die Geschäfte der AG einmischt. Auch ich, der sich bislang weigerte seine Äußerungen als dumm zu klassifizieren und meist einen Sinn hinter diesen gesucht oder gesehen hat, komme diesmal nicht darum herum die öffentliche Preisgabe dieser Abläufe als eben dies zu bezeichnen:
Dumm!
Hinzu kommt noch die Tatsache, dass beide Spieler von Kühnes ehemaligen (?) Ratgeber Volker Struth beraten werden, der an diesem Dreieckshandel gut verdient haben dürfte.

In meinen letzten Beiträgen hier, habe ich auf die Notwendigkeit hingewiesen sich vom Geldgeber zu emanzipieren. Zumindest sollte man aus eigener Kraft für einen ausgeglichenen Etat sorgen können, doch wieder einmal wurde klar wie wenig Interesse Klaus Michael Kühne daran hat. Zu gut gefällt er sich in der Rolle des Retters in der Not, der kommt wenn scheinbar nichts mehr geht und dann zu seinen Bedingungen hilft.

Ein Weg aus dieser Abhängigkeit ist sportlicher Erfolg. Das Abrutschen in der Fernsehgeldtabelle auf Platz 15 wird von Heribert Bruchhagen mit Recht kritisiert. Fraglich ist natürlich in wie weit sich eine verbesserte sportliche Situation auf die Rückzahlung diverser Darlehen auswirken würde.
Aber nichtsdestotrotz ist sportlicher Erfolg wünschenswert und zumindest da ist der HSV auf einem guten Weg. Erstmalig nach sieben Jahren ist man mit zwei Siegen in die Saison gestartet und wenn es auch eine Portion Glück brauchte um diese zu erringen waren sie nicht unverdient.
Die Entwicklung von Walace und einem fitten Ekdal auf der Doppelsechs ist sehr positiv, zudem überrascht Rick van Drongelen als (Not-) Linksverteidiger und Christian Mathenia entwickelt sich zu einem echten Rückhalt. In manchen Phasen meinte ich auch eine spielerische Entwicklung zu sehen, aber um das zu beurteilen ist es mir noch zu früh. Dafür stach gerade gegen Köln die Effektivität heraus als man aus 12 Torschüssen, davon 4-5 Großchancen drei Tore machte. Über die Qualität der Standardsituationen hülle ich besser den Mantel des Schweigens, auch wenn in Köln zwei davon zu Toren führten.

Verlassen kann sich Markus Gisdol aber auf die Einsatzbereitschaft seiner Mannschaft. Läuferisch und kämpferisch war an den zwei Bundesligaspielen nichts auszusetzen und auch in Osnabrück war es wohl eher der Kopf der schwächelte. Genau diese Tugenden verhalfen dem HSV zu der gelungenen Rückrunde und es freut mich, dass sie über den Sommer gerettet werden konnten.

Vergleicht man meinen Eingangssatz mit der letzteren Analyse spielgelt die abnehmende Schärfe die Situation in Hamburg ganz gut wieder. Ich nehme mir als Fan die Freiheit Erfolge zu genießen und Missstände davon in den Hintergrund rücken zu lassen. Doch natürlich ist mir Bewusst, dass die erzielten sechs Punkte als Pfund im Abstiegskampf zu werten sind, was mich zu Anpfiff des Freitagsspiels gegen Leipzig nicht davon abhalten wird „SPITZENREITER, SPITZENREITER, Hey, Hey“ zu grölen.
Man soll die Feste ja feiern wie sie fallen.

In diesem Sinne: NUR DER HSV

PS: Etwas analytischer wird es am Donnerstag im HSVTalk zugehen.

Sonntag, 25. Juni 2017

Kaderplanung

Wenn es im vergangenen Halbjahr einen MVP beim HSV gegeben hätte, würde dieser unter Garantie Kyriakos Papadopoulos heißen. Ihm zu Ehren spielte man vor den Heimspielen einen Syrtaki ein und die Fans klatschten und hüpften dazu im Takt. Auch auf dem Platz stieg der Grieche von Null auf Hundert zum Leader auf, hielt Ansprachen im Mannschaftskreis vor und nach den Spielen und setzte mit seinem Einsatz auf dem Feld Zeichen.
Bei Bobby Wood verhält es sich ganz ähnlich. Der Amerikaner hat eine Zielstrebigkeit und Abschlussstärke, die man im Volkspark zumindest auf Seiten der Rothosen schon lange nicht mehr gesehen hat und Bobby kann noch besser werden, wenn er lernt sich besser im Kombinationsspiel einzubringen und unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Wer will es also den handelnden Personen beim HSV verdenken, wenn sie sich weit aus dem Fenster lehnen, um Papa endgültig zu verpflichten und Wood längerfristig an den Verein zu binden?

Natürlich hat Qualität ihren Preis. Da aber die Ablöse für Papa von Herrn Kühne übernommen wird und die Rückzahlungsregularien für das erneute Darlehen mir nicht bekannt sind soll diese hier keine große Rolle spielen. Fakt ist jedoch, dass Papadopoulos in seiner Karriere sehr oft (auch schwer) verletzt war. Auch hat es meines Wissens nach auf dem Transfermarkt keine großen Rangeleien um ihn gegeben. Fakt ist auch, dass man einen Spieler von Papas Qualität ohne dieses Aber nicht zum HSV hätte lotsen können.
Es ist ein Riskotransfer, der aus sportlicher und teamtaktischer Sicht aber Sinn machen kann.
Das Risiko bei Wood besteht darin, dass viele Spieler beim HSV leistungsmäßig stagniert sind und Bobby nach seiner Vertragsverlängerung zu einem Spitzenverdiener im Kader aufsteigt und ein Gehalt beziehen wird in das er sich noch hinein entwickeln muss.

Was bedeuten diese beiden Personalien aber für die weitere Kaderplanung?
Die Innenverteidigung wurde im Winter relativ gehaltsneutral von Spahic/Djourou zu Mavraj/Papa umgebaut. Dabei verursachte das halbe Jahr in dem man alle vier IVs bezahlen musste Mehrkosten von 2 – 2,5 Millionen Euro, die zur neuen Saison wegfallen. Als Backup steht nur Jung im Kader, Ekdal und Sakai in der Innenverteidigung sind absolute Notlösungen.
Weitere Einsparungen wie von Christian hier zusammengefasst bestehen durch die Abgänge von Adler und Ostrzolek, wobei nicht geklärt ist in wie weit man die diese ersetzen will.

In Hamburg war es jahrelang schlechte Sitte, dass man Felle von Tieren verkauft hat, die man noch nicht erlegt hatte. Man ging immer davon aus, diesen oder jenen Spieler noch abgeben zu können, verpflichtete deren Nachfolger und blieb auf den Vorgängern sitzen.
Das kann man sich momentan nicht mehr leisten!
Wenn ich also lese, dass man ja Lasogga, Hunt, Holtby abgeben könnte um die Lücke im Gehaltsetat, die nach Christians Rechnung noch ca 3 Millionen Euro beträgt zu schließen rollen sich mir die Fußnägel hoch, da es für diese Spieler auf Grund ihrer hohen (überhöhten) Bezüge schlicht und einfach keinen Markt gibt.
Wenn ich lese, dass man einen Pollersbeck verpflichten will, weil Mathenia und Mickel den Ansprüchen nicht genügen frage ich mich, ob man denn partout nichts aus den Fehlern vergangener Tage lernen will und was außer dem Klassenerhalt der Anspruch des HSV sein kann.

Natürlich ist es schwer die beiersdorfersche Misswirtschaft innerhalb einer Transferperiode gerade zu rücken und eigentlich ist es nur möglich in dem man sich sportlich verbessert, aber das man sportlichen Erfolg (zumindest in Hamburg) nicht kaufen kann und wohin es führt wenn man das mit fremden Mitteln versucht sehen wir doch, wenn zur Erlangung der Lizenz Anteile verkauft werden müssen.

Die Alternative zur Personalie Wood wäre ein Verkauf für die festgeschriebene Ablöse von 12 Millionen Euro gewesen und auf Gregoritsch als seinen Nachfolger zu setzen. Mit Waldschmidt hätte man einen entwicklungsfähigen  Nachwuchsstürmer auf der Payroll, Lasogga und Schipplock sind die Notlösungen. Fiete Arp sollte man versuchen in diesem Jahr an den Kader heran zu führen, um ihn im Sommer 2018 einbauen zu können. Selbstverständlich wäre auch das ein Weg mit Risiko gewesen.
Bei Padopoulos liegt der Fall auf Grund seiner herausragenden Stellung auf dem Platz anders und die Verpflichtung sehe ich fast als ein Muss an. Auch wenn das Risiko auf Grund der Verletzungsanfälligkeit sehr hoch ist.

Für die Alternative ist es jetzt zu spät, genau wie es für eine abschließende Beurteilung der Transfertätigkeiten noch zu früh ist. Stand heute hat man den Kader der in der Rückrunde 25 Punkte holte bis auf Adler und Ostrzolek zusammengehalten und dabei im Vergleich zum Vorjahr ca 5 Millionen Euro an Gehalt eingespart, dafür aber 6 Millionen Euro (plus eventueller Nachzahlungen) für Papa ausgegeben, die wie oben erwähnt aber wohl durch Kühne finanziert werden.
Das ist noch nicht das wo man hin müsste, aber eben auch kein Harakiri.
Der Spielraum für weitere Transfers ist aber nur gegeben, wenn man Kühne davon überzeugen kann auch Gehälter zu übernehmen, bzw. Geld nicht zweckgebunden zur Verfügung zu stellen.
Ehrlich gesagt begeistert mich diese Aussicht wenig, aber danach fragt ja auch keiner.

Über die Kaderplanung mit Kühne habe ich mich auch mit Daniel Jovanov im HSVTalk unterhalten.




Mittwoch, 30. März 2016

Vor Hannover

Gestern kursierte eine Aussage von Peter Knäbel im Netz. Im Abendblatt wird er in folgender Weise zitiert:
 "Es ist für uns mit diesem Kader absolut möglich, von den ausstehenden sieben Spielen fünf zu gewinnen. Wir können fast jede Mannschaft in der Liga schlagen und die zwei Ausnahmeteams Bayern und Dortmund zumindest ordentlich fordern"
Im Prinzip hat der Sportdirektor mit dieser Aussage natürlich absolut recht und doch frage ich mich warum er sie getätigt hat.

Die Spiele in Leverkusen und gegen Hoffenheim haben Knäbels These bestätigt, man konnte beim Champions League Anwärter, wie gegen den Abstiegskandidaten mithalten und hätte bei etwas günstigerem Verlauf auch beide Spiele gewinnen können.
Hat man aber nicht.
Zweimal mehr wurde die Chance vertan sich frühzeitig aus dem Abstiegskampf zu verabschieden, die Chance sich eventuell sogar noch einmal nach oben orientieren zu können und es scheint so, als wäre die Vereinsführung darüber wenig amüsiert.

Knäbel betont was mit diesem (seinem) Kader möglich sei, scheint also mit den Voraussetzungen, die er geschaffen hat ganz zufrieden zu sein und man könnte diese Aussage sowohl als Forderungen in Richtung Trainer, als auch als Rechtfertigung auffassen. Vielleicht sollte man sie aber auch nicht zu hoch hängen, mir macht eh viel mehr Sorge, dass der HSV wie kaum ein anderer Verein auch dafür steht gegen jeden Gegner  verlieren zu können.

Ich habe ein mulmiges Gefühl, wenn es jetzt nach Hannover geht, einem Verein, der mit der aktuellen Lage sportlich und vereinspolitisch überfordert zu sein scheint. Die Maßnahmen von Thomas Schaaf sorgen erst Kopfschütteln, um kurz darauf zu verpuffen und beim Testspiel ist es schon eine Meldung wert, wenn er wirklich am Spielfeldrand steht und die Nationalspieler kommen verletzt zurück.
Zusammengefasst ist Hannover bei aller Freundschaft ein Gegner den man nicht nur schlagen kann, sondern ein Gegner den man schlagen muss!
Und wieder einmal wird es spannend sein, wie die Mannschaft damit umgeht, bei den fünf möglichen Siegen hat Peter Knäbel das Spiel gegen 96 ganz bestimmt eingerechnet, aber das wird er mit Hoffenheim auch gemacht haben.

Im aktuellen HSVTalk hatte ich den Abteilungsleiter des Supporters Club Timo Horn zu Gast.
Auch wenn dabei der SC im Mittelpunkt stand, haben wir natürlich auch über das anstehende Spiel geredet. Aber hört selbst.


Dienstag, 15. März 2016

Der fehlende Faden

Was fängt man mit einem 0:1 wie dem von Leverkusen an?
Vor der Saison waren wir uns einig, dass wir in den Regionen in denen der Pillenclub spielt nichts zu suchen haben, Sonntag haben wir gezeigt, dass wir dort zumindest für ein Spiel mithalten können. Ich will nun ganz bestimmt nicht versuchen aus der Niederlage einen Sieg zu konstruieren, doch sollte man bei der Bewertung dieses Spiels den Ball flach halten.
Gleiches gilt bei der Leitung des HSV, obwohl es mir da wesentlich schwerer fällt.

Tanja, mit der ich bei Heimspielen auf der Nord stehe, bringt in ihrem Blogpost Nur Geduld viele Punkte zur Sprache, die man kaum widerlegen kann.
Niemand wird je behaupten, Beiersdorfer hätte ein leichtes Erbe angenommen, als zum Vorstand der HSV-AG wurde und ich bin geneigt ihm zu glauben, dass sich im Sommer 2014 die tatsächliche Lage des HSV wesentlich schlechter dargestellt hat, als er es vor seinem Amtsantritt befürchtete. Doch ist diese Ausgangslage nicht ausschließlich für die momentane Situation des HSV verantwortlich.

Im Sommer 2014 war es zum Beispiel durchaus möglich ein Herunterfahren der Gehaltsstruktur einzuleiten, was aber bei den Verpflichtungen von Lasogga, Holtby usw ausgeblieben ist. Nicht die hohen Ablösesummen sind das Problem des HSV, sondern die Gehälter von Spielern und Funktionären. Kann man auf die Zahlung von Ablöse in den nächsten Transferphasen zumindest theoretisch weitestgehend verzichten, werden sich Gehaltsforderungen immer an dem orientieren, was bislang gezahlt wird. Im Sommer 2014 war es möglich eine Trendwende einzuleiten.

Das Begehen dieser Fehler stört mich dabei gar nicht mal so sehr, kann man diese doch noch mit der kurzen Einarbeitungszeit Beiersdorfers erklären, dass Fehler wiederholt werden ist es was mich so enttäuscht. Die Entscheidung Olic im Winter 14/15 zu holen konnte ich nachvollziehen, auch wenn sie sich letztlich als Fehler erwiesen hat, dafür dass man ein Jahr später ähnliches mit Drmic gemacht hat fehlt mir jegliches Verständnis.
Mir fehlt der rote Faden der Vision, an dem man sich bei Entscheidungen orientieren kann. Wenn ich gerade aus einem auf Fehleinschätzungen beruhenden finanziellen Engpass komme, sollte ich nicht für ein fünfmonatiges Leihgeschäft 2% des Jahresumsatzes ausgeben.
Eine Alternative zur Geduld sehe ich aber bislang noch nicht. Ob mir das gefällt oder nicht.

Das Fehlen dieses nachvollziehbaren, in den Handlungen erkennbaren Leitfadens wird auch immer wieder von einem Teil meiner Gäste im HSVTalk bemängelt. Auch Heiko Kunert hat sich gestern in diese Richtung geäußert. Wobei diese Äußerungen nicht im Mittelpunkt des Talks standen. Dort standen er selbst und seine Erfahrungen als blinder HSV-Fan.
Wer mehr über Heiko erfahren möchte kann dies auf seiner bestimmt barrierefreien Website blindpr.com tun.

Dienstag, 8. März 2016

Nach Hertha

Da war der Befreiungsschlag der Saison, die Dreißigpunktemarke wurde neun Spieltage vor Schluss geknackt und auf dem Feld sah es zeitweise sogar nach Fußball aus.
Nach dem sonntäglichen Kick gegen die Hertha scheint das Mittelfeld der Liga und somit auch das Saisonziel so gut wie erreicht zu sein. Ein Abrutschen in den Abstiegskampf ist, auch wenn das kein Offizieller vor der Kamera sagen wird, unwahrscheinlich.
Ob der gute Auftritt gegen die Hauptstädter (Hamburg ist viel schöner als Berlin) mehr als einer vom Gegner begünstigte Eintagsfliege ist werden die kommenden Spiele in Leverkusen und gegen Hoffenheim zeigen.

Mit einer gelungenen Mischung aus Sicherheit und Vorwärtsdrang wurde das dicke Brett der Berliner Passivität durchbohrt, wobei mir der Auftritt der Gäste ein Rätsel bleibt. Der Auftritt von Ekdal mit seiner Ballsicherheit und Übersicht war durchaus gelungen und das sich Holtby an seiner Seite wohler fühlt, als auf der 10 ist auch kein Geheimnis.
Allerdings war der Druck auf das Aufbauspiel auch nicht so stark und daher bin ich vorsichtig mit meinem Lob. Dieses hat sich Go Sakai, der ein absoluter Aktivposten auf dem Feld war genau wie Doppelpacker Nicolai Müller, dessen Zusammenspiel mit dem Japaner immer besser funktioniert schon heute verdient.
Hervorheben möchte ich auch den oft gescholtenen Ivo Ilicevic, der gezeigt hat woran es Josip Drmic auf „seiner“ Position fehlt. Ich bin gespannt, wie in den letzten Spielen mit der Besetzung dieser Position verfahren wird. Eigentlich wäre es im Niemandsland der Tabelle sinnvoller einen Nabil Bahoui zu integrieren, als auf Spieler zu setzen die den Verein im Sommer verlassen werden.

Durch den relativ sicheren Mittelfeldplatz könnte man die Planungen für die kommende Saison rechtzeitig vorantreiben, wenn man denn finanziellen Handlungsspielraum hätte und danach sieht es momentan leider nicht aus. Im Gegenteil wird heute deutlich wie schlecht es um die Liquidtät des HSV im vergangenen Herbst stand und nur wenig spricht dafür, dass es sich jetzt besser aussieht. Nur duch einen Kredit konnte die Zahlungsfähigkeit gewährleistet werden, als Steuernachzahlungen fällig wurden und Gelder von Imtech ausblieben. (Siehe den Artikel des NDR)

Gerade in diesem Zusammenhang empfinde ich die 2-3 mio €, für die fünfmonatige Leihe von Josip Drmic als absolut fragwürdig. In „Panik am Volkspark“ schrieb ich zu diesem Transfer:
„Im besten Fall schießt uns Drmic also zum Klassenerhalt, hinterlässt dann aber ein Loch auf dem Spielfeld und in der Kasse. Im weniger guten Fall schafft es der Schweizer nicht den HSV zu verstärken und vergrößert nur das Loch in der Kasse.“
Und gerade die Perspektivlosigkeit dieser Leihe für die das letzte Geld zusammengekratzt werden musste ist in meinen Augen so enttäuschend.

Im aktuellen HSVTalk überwog allerdings die Freude über den Auftritt gegen die Hertha und so ein Spiel muss man ja auch einmal genießen dürfen.

Dienstag, 1. März 2016

Nach dem Schweinespiel ist vor Schalke

Da war es also das Schweinespiel gegen die ekeligen Gegner, das so schön begann um dann doch so schlecht zu werden. Es war halt Ingolstadt und nicht Bayern zu Gast und den Unterschied der beiden Mannschaften sollte Trainern und Spielern auch vor der Begegnung bewusst gewesen sein.
Man hatte Zeit sich darauf einzustellen und Lösungen für die Probleme vor denen einen die Schanzer stellen zu erarbeiten.

Im Stadion war die Hilflosigkeit der HSVer fast greifbar. Nicolai Müller musste zur Halbzeit ausgewechselt werden, nachdem er sich zu Fouls hinreißen ließ und akut gelbrot gefährdet war. Auch Emir Spahic war früh verwarnt und schleppte diese Hypothek mit durch das Spiel. Die Mannschaft versuchte also dagegen zu halten, fand dabei aber oftmals nicht das richtige Maß. Die fahrige, fast unberechenbare Spielleitung von Marco Fritz half den etwas orientierungslos daher kommenden Rothosen auch nicht.

Dabei begann das Spiel so gut, wie es nur beginnen konnte. Im höchsten Tempo wurde sich mit Direktpassspiel auf der rechten Seite durchgesetzt und Josip Drmic konnte erstmals für den HSV einnetzen. Eines der schönsten HSV-Tore der jüngeren Vereinsgeschichte.
Doch das war es schon mit ansehnlichem Fußball, zumindest vom HSV. Wieder einmal schien eine frühe Führung die Mannschaft aus der Bahn zu werfen, fast als würde man erwarten, dass der Gegner nach dem Tor kapitulieren würde zog man sich zurück und stellte das Fußballspielen ein. Dass die Ingolstädter uns diesen Gefallen nicht getan haben fand ich mit ekelig nur unzureichend beschrieben.

Die Audistädter unterbanden das Aufbauspiel konsequent durch frühes Anlaufen und es wurde förmlich sichtbar, dass den Aufbauspielern die nötige Ruhe (und Klasse) am Ball fehlte.
Das ist keine neue Erkenntnis, doch wurde dieser Mangel selten so sichtbar wie am vergangenen Sonnabend.
In den letzten Begegnungen wurde wieder einmal verpasst sich entscheidend von den Abstiegsrängen abzusetzen und beim Blick auf die anstehenden Gegner bis zur Länderspielpause wird klar, dass es dadurch wieder eng werden könnte.

Schalke (A), Hertha(H), Leverkusen(A) und Hoffenheim(H) sind die nächsten Herausforderungen und da wir gegen Hertha und in Leverkusen eigentlich immer schlecht aussehen und Hoffenheim zur Zeit sehr stark in Form ist sollte man die liegengelassenen Punkte wenn möglich auf Schalke holen. Die sind in der momentanen Form schlagbar und stehen vor eigenem Publikum in der Pflicht das Spiel machen zu müssen, was uns liegen sollte.
Ich habe im aktuellen HSVTalk (siehe unten) auf einen2:0 Sieg getippt, weil ich hoffe, dass uns die Symbiose aus dem Herausspielen von Chancen (Frankfurt) und deren Verwertung (Ingolstadt) gelingen wird.


Mittwoch, 24. Februar 2016

Abstiegskampf und Leitbild

Im HSVTalk lade ich mir von Zeit zu Zeit gerne mal Gäste aus anderen Vereinen ein, um zu sehen wie die den HSV einschätzen. In dieser Woche habe ich den Abstiegskampf zum Thema ausgerufen und mir dazu Gäste aus Hoffenheim und Bremen, sowie den Florian vom HFC Falke in die Sendung geholt.
Überrascht war ich wie sicher sich Marco war, dass seine Hoffenheimer bis Ende März die Abstiegsränge verlassen würden. Fünf Spiele hätten die Breisgauer dafür Zeit in denen sie auf Dortmund, Augsburg, Stuttgart, Wolfsburg und den HSV treffen. Laufkundschaft halt.
Für die Bremer steht schon an diesem Wochenende gegen Darmstadt ein kleines, richtungweisendes Endspiel an. Einig war sich die Runde, dass Frankfurt von denen, die noch über dem Strich stehen die schlechtesten Leistungen bietet und dass der HSV in diesem Jahr mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird. Den Talk findet ihr unter diesem Eintrag.

Das Spiel vom letzten Freitag liegt mir hingegen noch schwer auf dem Magen, weil es wieder so ein Satzball war, den man vergeben hat. „In den letzten Jahren hätte man dieses Spiel am Ende verloren“ hört man immer wieder und vielleicht stimmt das ja sogar, doch ist mir das zu wenig, um den Ärger runter zu schlucken.
Einen Gegner der so desolat daher kommt, wie die Eintracht am Freitag muss man einfach schlagen.

Zum Glück gibt es ja schon am Sonnabend gegen Ingolstadt den nächsten Satzball. Ein Gegner dessen Spielweise uns überhaupt nicht liegen dürfte. Allerdings bietet diese Begegnung auch die Möglichkeit eine Entwicklung im Spiel zu zeigen. Damit meine ich nicht, dass man die Audistädter auseinander nehmen muss, sondern dass man sich wenige, dafür klare Chancen erarbeitet und diese auch nutzt. Und das ohne dabei hinten zu offen zu werden. Man könnte dies eine Reifeprüfung nennen.
Ein fußballerisches Spektakel wird es wohl kaum geben.

Auch das neue Leitbild des HSV kommt wenig spektakulär daher, was natürlich zu Kritik wegen Kosten und Erstellungszeit nach sich zieht. Das Leitbild selbst ist mehr eine Zielsetzung als ein Selbstverständnis und an der Umsetzung dieser Ziele wird sich irgendwann die Vereinsführung bzw die der AG messen lassen müssen. Wann immer das auch sein mag.
Jetzt bei jeder Entscheidung zu prüfen ob und wie sehr diese in das Leitbild passt könnte sich zum Running Gag entwickeln, ist aber wenig zielführend. Ein Martin Harnik könnte zum Beispiel unter gewissen Umständen Sinn machen, auch wenn er schon das biblische Alter von 29 erreicht hat.
Trotzdem ist es wichtig und auch richtig sich zur Jugendarbeit zu bekennen. Es ist richtig die Rückkehr in die Top-5 der Liga bei gleichzeitiger Gesundung der Finanzen anzustreben.
Ob, wann und in wie weit dieses Ziele zu erreichen sind wird man sehen.


Dienstag, 16. Februar 2016

Bilanz und Heimsieg

Ich muss zugeben, dass ich angesichts der ersten Bilanz der HSV-AG nicht so schockiert bin wie ich es auf Grund der nackten Zahlen eigentlich sein sollte. Man kann die Zahlen drehen und wenden wie man will, so richtig positiv wollen sie nicht rüberkommen.
Finanzbericht und Bilanz lesen sich erwartet schlecht. Man erwartet, dass die Umsätze zurückgehen, liest wie unattraktiv der HSV mittlerweile für Investoren und Sponsoren ist, wie Gehälter steigen und die Verschuldung trotz der Verkäufe von Anteilen nur geringfügig sinkt.
Das Jahr eins nach der Ausgliederung war (nicht nur) aus finanzieller Sicht ein Schlag ins Wasser. Um jetzt genau beurteilen zu können wer zu wie viel Prozent Schuld an diesem Ergebnis ist fehlt mir die Kompetenz und auch die Zeit. Sicher ist aber, dass es den einen Schuldigen wie fast immer nicht gibt.

Auch ich bin, als ich einst HSVPlus die Stimme gab davon ausgegangen, dass es über maßvolles Haushalten und der Einbeziehung von strategischen Partnern zu einer zügigen Verbesserung der wirtschaftlichen Situation kommen würde, zumindest aber hätte ich das erzielte Rekordminus nicht für möglich gehalten.
Jetzt hören und lesen wir viel von Sonderabschreibungen, Umstrukturierungen und Investitionen in die Zukunft und all diese Punkte werden auch zu recht angeführt. Wenn Spielerverträge auslaufen verfallen die buchhalterischen Werte eben. Mit van der Vaart (3,0), Westermann (1,5), Jansen (2,0*), Rajkovic (1,0), Jiracek (1,5), Beister (1,5) und Sobiech (0,9) kommt da schon 11,4 mio Euro zusammen. Auch der Auf- und Umbau von Nachwuchs-, Scouting- und medizinischer Abteilung kostet Geld, wahrscheinlich sogar mehr als erwartet.
*Bei Jansen habe ich den letzten Marktwert bei Transfermarkt.de halbiert

Sicher ist aber auch, dass die HSV-AG in ihrem ersten Jahr über ihre Verhältnisse gelebt hat. Sicher ist auch, dass die Marketingabteilung nebst Aufsichtsrat die vollmundigen Versprechen in Sachen strategischer Partner in keinster Weise halten konnte. Auf der einen Seite gab man also in etwa das mehr aus, was man auf der anderen Seite weniger eingenommen hat.
Das zu einem nicht unwesentlichen Teil selbstverschuldete sportliche Abschneiden (Slomka/Knäbel/Tuchel) führte zu einem weiteren Wertverlust der Marke HSV und natürlich auch zu verminderten Einnahmen bei Fernseh- und Sponsorengeldern.

Beim Anteilverkauf ist mir bis heute noch nicht klar, warum Herr Kühne, dem ich das Fansein nicht absprechen will, so hart verhandelt hat. Eigentlich kann es dem Fan doch egal sein, ob er ein Prozent mehr oder weniger an „seinem“ HSV hält. Auch liest man heute, dass man sich aus dem Namensverkauf des Stadions mehr erhofft hatte. Ich vertrete sogar die Meinung, dass man den Namen nie an Herrn Kühne hätte verkaufen dürfen, da man dafür auch anderswo gutes Geld bekommen hätte. Aber was weiß denn ich schon…

Jetzt gilt es also den Turnaround zu schaffen und innerhalb von zwei Jahren das Ergebnis des HSV auszugleichen (Anspruch Wettstein). Dabei kann man noch 10,15% Anteile verkaufen, ohne die Mitglieder um Erlaubnis fragen zu müssen. Nach dem letzten Kurs könnte man damit ca 28 Mio Euro erzielen. Entscheidender wird aber die Verwendung des Geldes sein. Stopft man Löcher oder tilgt man Schulden damit?
Das diese 10,15% in den kommenden zwei Jahren verkauft werden steht für mich fest.

Sollte frisches Geld fließen, könnte man damit die Fananleihe zurückzahlen, die ja im kommenden Jahr fällig wird, allerdings halte ich es für viel wahrscheinlicher, dass man versuchen wird die Anleihe zu verlängern, was bei 6% Zinsen auch für die Anleger Sinn machen würde.
Auch würde mich interessieren, ob und zu welchen Bedingungen die HSV-AG ihre Anteile zurück erwerben kann, wenn denn irgendwann mal strategische Partner gefunden werden sollten.

Ungeachtet aller Fakten und Enttäuschungen habe ich komischer Weise auch heute noch ein besseres Gefühl, als noch vor 2 Jahren. Ich glaube, dass es gelingen kann den HSV zu sanieren, wenn man (auch mit Verspätung) jetzt konsequent daran arbeitet. Allerdings sollte man nicht davon ausgehen, dass es in absehbarer Zeit zu nennenswerten sportlichen Erfolgen kommt, denn der Abstand zu den vorderen Plätzen der Liga ist zu groß geworden. Darüber kann auch ein 3:2 gegen Gladbach (über das im aktuellen HSVTalk berichtet wird) nicht hinweg täuschen.



Dienstag, 9. Februar 2016

HSVTalk: Nach Köln

Im aktuellen Talk spreche ich mit Rolf Fuhrmann, Lars und Sven Ehrich über das Spiel gegen den Effzeh. Doch natürlich geht es auch um die Kopfnussaffaire, die Transfers, Finanzen und Anteilsverkäufe, bevor es einen Ausblick auf die kommende Aufgabe gegen Mönchengladbach gibt.

Dienstag, 2. Februar 2016

HSVTalk: Transferfenster

Ein zu spätes Fax, ein Überraschungsschwede und ein guter Bekannter waren die Hauptakteure am letzten Tag der Wintertransferphase beim HSV.
Mit Thomas Pundrich vom HSVSchnack, Christian Maaß von den Blog-Perlen und
Matthias Linnenbrügger von der MOPO habe ich das Geschehen bewertet.
Natürlich war auch das Spiel in Stuttgart Thema und einen kleinen Ausblick haben wir auch gewagt.
Hört mal rein!