57.05% Ballbesitz, 17:9 Torschüsse, 5:2 Ecken und 52,45% gewonnene Zweikämpfe, doch am Ende stand es „nur“ 1:1. Dieses Unentschieden gilt es jetzt richtig einzuordnen.
Schon vor dem Spiel wusste ich nicht so recht, was ich erwarten sollte, danach stelle ich fest, dass die positiven Eindrücke überwiegen. Auffällig war, dass die optische Überlegenheit nicht nur in Torschüsse, sondern auch in echte Chancen umgewandelt wurde, dieses sogar gegen eine Verteidigung, die weniger als ein Tor pro Spiel zugelassen hat. Die Chancen entstanden, dem modernen Fußball entsprechend, aus schnellem Umschaltspiel und Standards und es wurde einmal mehr deutlich, dass eine hohe Ballbesitzquote mehr Fluch als Segen ist.
Auch wenn das Drehen eines Spiels wieder nicht ganz gelungen ist, hat die Mannschaft es geschafft ein Spiel, das eigentlich perfekt für den Gegner lief noch auszugleichen. Hoffenheim wollte keinen Ballbesitz, sie wollten den HSV kommen lassen, um wie beim 0:1 nach Balleroberung zu Chancen zu kommen. Verwundert hat mich, wie sehr sich der Gast gerade in der zweiten Halbzeit dabei zurückgezogen hat. So fanden die Balleroberungen meist tief in der eigenen Hälfte statt und der Weg zum HSV-Tor war entsprechend weit.
Ebenfalls positiv ist die zunehmende Stabilität in der Abwehr, wobei gerade die Defensivlaufwege von Valon Behrami eine Augenweide sind. Die Präsenz des schweizer Nationalspielers macht in diesem Jahr den Unterschied und lässt vor allem die Innenverteidiger besser aussehen. Matthias Ostrzolek findet sich auch immer besser zurecht und auch Ashton Götz hat nach seiner Einwechselung ein kleines Ausrufungszeichen gesetzt.
Am Wichtigsten war mir aber, dass nach dem unerwarteten Sieg in Dortmund kein Nachlassen zu erkennen war. Das Engagement stimmte absolut, auch wenn im offensiven Mittelfeld deutlich zu sehen war, dass die Abstimmung zwischen van der Vaart und Holtby verbesserungswürdig ist und eine Rechtslastigkeit im Spiel nach vorne die Folge daraus war. Holtby drängte oft ins Zentrum und der Kapitän rückte nach rechts raus anstatt den freiwerdenden raum auf Links zu nutzen. Doch für den ersten Auftritt in dieser Konstellation gegen eine starke Abwehr war das schon sehr ordentlich und der Trainer muss ja auch noch etwas zum Verbessern haben.
Das Fazit aus dem gestrigen Spiel fällt also sehr positiv aus, auch wenn es nicht der langersehnte Heimsieg geworden ist. Gerade in der zweiten Halbzeit ist es gelungen einen Gegner, der uns in seiner Entwicklung ein Jahr oder mehr voraus ist zu beherrschen und vielleicht will der Fußballgott ja, dass der nächste Heimsieg auuusgerechnet gegen den Gegner des letzten Heimsiegs gelingt.
Gespannt bin ich, wie die taktische Ausrichtung gegen die Hertha aussehen wird, die selbst auf Schalke versucht haben das Spiel zu machen, was dem HSV entgegenkommen könnte. Ich freue mich jedenfalls auf Berlin. Auch, aber nicht nur des Fußballs wegen.
Um selbst ein Forum mir zu schaffen, tat ich schnell zusammenraffen was dem Hohlraum zwischen Ohren entsprungen ist mir unverfroren und seinen Weg durch Arm und Hand und Tastatur nach draußen fand, Zwergenwerke tat ichs nennen, da die meisten mich als Zwerg nur kennen und mich fragten immer wieder nach Sammelband für Reim und Lieder, den ich zumindest virtuell hier gerne zur Verfügung stell
Montag, 20. Oktober 2014
Freitag, 17. Oktober 2014
Erwartungen
Mit welcher Erwartung soll man in das Sonntagsspiel gegen Hoffenheim gehen?
Da ja in den letzten beiden Spielen je eine Negativserie durchbrochen würde, könnte man durchaus davon ausgehen, dass nach dem ersten Tor dieser Saison gegen Frankfurt und dem ersten Auswärtssieg seit van Marwijk, es jetzt zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren gelingt einen Sieg zu bestätigen. Und dann könnte man vom Beginn einer Siegesserie reden, die in der Folgewoche in Berlin ausgebaut werden könnte und dann…
… dann klingelt irgendwann der Wecker und beendet den Traum.
Vergessen wir nicht, dass wir als Tabellensiebzehnter auf den Zweiten treffen, dass in Hoffenheim in den letzten Jahren eine Entwicklung stattgefunden hat, die (zumindest bislang) zu einem sehr stabilen Konstrukt geführt hat. Es war sogar davon zu lesen, dass die TSG ein Angstgegner vom HSV sei, was allerdings nicht stimmt. Denn die Bilanz gegen die Kraichgauer ist bei jeweils fünf Siegen und Niederlagen, sowie zwei Unentschieden absolut ausgeglichen. In Hamburg ist sie bei 4S/1U/1N sogar ausgesprochen positiv, wenn auch das 1:5 der letzten Saison noch in bester Erinnerung ist.
Guckt man auf die Stimmung vor den HSV-Spielen unter Zinnbauer hatte man gegen Bayern schon verloren, war gegen Gladbach vielleicht etwas drin, musste gegen Frankfurt ein Sieg her und war man gegen Dortmund wieder absoluter Außenseiter. Die Ergebnisse wiedersprachen den Erwartungen fast komplett. Vor dem kommenden Spiel vermag ich aber weder in der Öffentlichkeit noch bei mir selbst eine klare Tendenz zu erkennen. Auch wenn die Leistungskurve in den letzten Wochen nach oben zeigt, wäre es vermessen einen Sieg gegen Hoffenheim zu erwarten, auch wenn dieser natürlich nicht unmöglich ist. Auch die Wettquoten (Tipico: 2,5 / 3,4 / 2,8) sind alles andere als eindeutig und somit erwartet uns wohl tatsächlich ein Spiel in dem alles möglich ist.
Möglich erscheint auch eine Rückkehr von Rafael van der Vaart in die Startelf. Wie das taktische Konzept mit dem Kapitän dann aussehen würde ist allerdings genau so offen, wie der Einsatz selbst. Denkbar wäre es Holtby auf die Jansen- oder Arslanposition zu schieben, wobei ich befürchte, dass der zuletzt sehr aktive Frischverpflichtete auf außen etwas verschenkt wäre. Wie dem auch sei, auf das Zusammenspiel von Holtby und vdV bin ich absolut gespannt.
Auch wenn ich aus Gründen des Selbstschutzes versuchen werde meine Erwartungen nicht zu hoch werden zu lassen, hoffe ich auf spannendes und erfolgreiches Spiel in dem es vielleicht auch dank van der Vaart zu ein paar klareren Tormöglichkeiten für den HSV als zuletzt kommt. Schön wäre es, wenn das Gefühl des Gewinnenmüssens in naher Zukunft verschwinden würde, doch dafür müsste man erst mal gewinnen…
Da ja in den letzten beiden Spielen je eine Negativserie durchbrochen würde, könnte man durchaus davon ausgehen, dass nach dem ersten Tor dieser Saison gegen Frankfurt und dem ersten Auswärtssieg seit van Marwijk, es jetzt zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren gelingt einen Sieg zu bestätigen. Und dann könnte man vom Beginn einer Siegesserie reden, die in der Folgewoche in Berlin ausgebaut werden könnte und dann…
… dann klingelt irgendwann der Wecker und beendet den Traum.
Vergessen wir nicht, dass wir als Tabellensiebzehnter auf den Zweiten treffen, dass in Hoffenheim in den letzten Jahren eine Entwicklung stattgefunden hat, die (zumindest bislang) zu einem sehr stabilen Konstrukt geführt hat. Es war sogar davon zu lesen, dass die TSG ein Angstgegner vom HSV sei, was allerdings nicht stimmt. Denn die Bilanz gegen die Kraichgauer ist bei jeweils fünf Siegen und Niederlagen, sowie zwei Unentschieden absolut ausgeglichen. In Hamburg ist sie bei 4S/1U/1N sogar ausgesprochen positiv, wenn auch das 1:5 der letzten Saison noch in bester Erinnerung ist.
Guckt man auf die Stimmung vor den HSV-Spielen unter Zinnbauer hatte man gegen Bayern schon verloren, war gegen Gladbach vielleicht etwas drin, musste gegen Frankfurt ein Sieg her und war man gegen Dortmund wieder absoluter Außenseiter. Die Ergebnisse wiedersprachen den Erwartungen fast komplett. Vor dem kommenden Spiel vermag ich aber weder in der Öffentlichkeit noch bei mir selbst eine klare Tendenz zu erkennen. Auch wenn die Leistungskurve in den letzten Wochen nach oben zeigt, wäre es vermessen einen Sieg gegen Hoffenheim zu erwarten, auch wenn dieser natürlich nicht unmöglich ist. Auch die Wettquoten (Tipico: 2,5 / 3,4 / 2,8) sind alles andere als eindeutig und somit erwartet uns wohl tatsächlich ein Spiel in dem alles möglich ist.
Möglich erscheint auch eine Rückkehr von Rafael van der Vaart in die Startelf. Wie das taktische Konzept mit dem Kapitän dann aussehen würde ist allerdings genau so offen, wie der Einsatz selbst. Denkbar wäre es Holtby auf die Jansen- oder Arslanposition zu schieben, wobei ich befürchte, dass der zuletzt sehr aktive Frischverpflichtete auf außen etwas verschenkt wäre. Wie dem auch sei, auf das Zusammenspiel von Holtby und vdV bin ich absolut gespannt.
Auch wenn ich aus Gründen des Selbstschutzes versuchen werde meine Erwartungen nicht zu hoch werden zu lassen, hoffe ich auf spannendes und erfolgreiches Spiel in dem es vielleicht auch dank van der Vaart zu ein paar klareren Tormöglichkeiten für den HSV als zuletzt kommt. Schön wäre es, wenn das Gefühl des Gewinnenmüssens in naher Zukunft verschwinden würde, doch dafür müsste man erst mal gewinnen…
Dienstag, 14. Oktober 2014
Finanzen
Nachdem die sportliche Krise beim HSV durch den
langersehnten Sieg in Dortmund fürs Erste entschärft wurde, um von einer
Bewältigung zu sprechen ist es natürlich noch viel zu früh, rücken in den etwas
ruhigeren Tagen der Länderspielpause die maroden Finanzen des Vereins wieder in
den Vordergrund. Gerade heute sind dazu gewohnt lesenswerte Beiträge in Daniel
Jovanovs Kolumne auf Goal.com und in der HSV-Arena erschienen, in denen auf die Gefahren
des vom neuen Vorstand des HSVs eingeschlagenen Wegs hingewiesen wird.
Natürlich sehe ich diese Gefahren auch. Allerdings frage ich
mich auch, was die Alternativen zum eingeschlagenen Weg sind. Die Sparpolitik
der letzten Jahre ist in meinen Augen vor allem daran gescheitert, dass eben
nur gespart wurde und im sportlichen Bereich mit einem verklärten Blick auf das
Prinzip Hoffnung gesetzt wurde. Für eine Umorientierung fehlte es an Visionen
und Kompetenz. Eine Folge davon waren wegbrechende Einnahmen bei den
Fernsehgeldern und beim Verkauf von VIP-Plätzen, weil der HSV nicht mehr „schick“
war. Dadurch wiederum blieb den Sparmaßnahmen der Erfolg verwehrt.
Beiersdorfer geht jetzt einen anderen Weg, er investiert in
Spieler für den kurzfristigen und Manager für den langfristigen Erfolg. Beides
kostet Geld, das der HSV schon lange nicht mehr hat. Selbst der neue Kredit von
Herrn Kühne langt nicht um die Transfers und den Etat zu decken, weshalb man
bei der Verpflichtung von Lewis Holtby den Umweg über das Leihgeschäft gehen
musste.
Und doch halte ich den eingeschlagenen Weg für richtig. Man
braucht den kurzfristigen Erfolg (und ich bin bereit die Spielweise unter
Zinnbauer als erstes Anzeichen dafür zu werten) um positive Schlagzeilen zu
generieren, um VIP-Plätze zu verkaufen und für Sponsoren attraktiv zu bleiben,
aber auch um die Zeit bis die mittel- bis langfristig angesetzten Maßnahmen im
Nachwuchsbereich Früchte tragen zu überbrücken.
Um den Spagat zwischen dem sportlich Wünschenswerten und dem
finanziell Machbaren hinzubekommen wurde mit Frank Wettstein ein Finanzexperte
in den Vorstand geholt, der natürlich auch erst einmal Geld kostet, aber für
eine dringend benötige Kompetenzsteigerung im Finanzsektor sorgen soll.
So nachvollziehbar der Plan von Beiersdorfer & Co auch
sein mag, Erfolg garantieren kann er selbstverständlich nicht. Eine
Verletzungsserie, ein flatternder Freistoß in der Nachspielzeit, oder
unvorhersehbare Entwicklungen einzelner Spieler sind Faktoren, die nicht
kalkulierbar sind und wie sich eine sportliche Abwärtsspirale anfühlt wissen
wir nur zu gut.
Doch auch der strikte Sparkurs der Weseraner, deren Erfolge
bei vergleichsweise geringen wirtschaftlichen Möglichkeiten uns immer ein Dorn
im Auge waren stößt an seine Grenzen, wenn ein paar falsche
Personalentscheidungen getroffen werden.
Es ist natürlich absolut richtig den Finger in die Wunde des
finanziellen Ungleichgewichts zu legen, doch bin ich davon überzeugt, dass sich
die Verantwortlichen des Risikos bewusst sind und mit der angesprochenen
Kompetenz in den Gremien entsprechend handeln. Für Beiersdorfers Weg den Verein
zu führen sind potenzieller Partner, sei es als Sponsoren, Investoren, oder
Besucher der VIP-Bereiche notwendig, ohne sie wird sein Konzept nicht aufgehen.
Den richtigen Weg, der den Erfolg garantiert gibt es nicht
doch Beiersdorfers Entscheidung seinen Weg mit aller Konsequenz zu verfolgen
kann ich bislang nur zustimmen.
Sonntag, 12. Oktober 2014
Recherchiert
Um auch in der Länderspielpause einen aktuellen Bezug in den HSVTalk auf meinsportradio.de zu bekommen, werde ich mich in der kommenden Woche mit meinen Gästen der Zwoten des HSV widmen.
Nun verfolge ich zwar seit Jahr und Tag die meist wenig erfreulichen Ergebnisse des Regionalliganachwuchses, doch habe ich sie selbst noch nie live spielen sehen. Samstag wollte ich diesen Missstand korrigieren und vor Ort für meine Sendung recherchieren.
Als mich am Freitagabend ein Tweet der Wochenendrebellen erreichte, die sich vor dem #Bollzen noch mit ein paar Leuten auf eine Fanta treffen wollten, bot sich die Gelegenheit die zwei sprichwörtlichen Fliegen mit einer Klappe zu erlegen.
So fand ich mich also am Samstagvormittag bei schönstem Herbstwetter kaffeetrinkend in einer kleinen aber illustren Runde wieder, um mich über Fußball und die Welt zu unterhalten und einmal mehr zeigte sich, dass in diesem Internetz großartige Menschen unterwegs sind.
Leider musste ich mich mit den Rautenanhängern dieser Fußballökumene viel zu früh auf den Weg gen Hagenbeck begeben, um der Zwoten unsere Aufwartung zu machen.
Zur Ehrenrettung meiner Begleiter sei erwähnt, dass diese schon zu weniger erfolgreichen Zeiten den Weg zur U23 gefunden haben und nicht wie ich Erfolgsfans sind.
Überrascht war ich vom Zuschauerandrang für das Spiel HSV II – Hannover 96 II, das sogar als Derby bezeichnet wurde, obwohl in der Regionalliga die Anreise aus Hannover zu weitesten gehört…
Was soll`s. Der Andrang führte dazu, dass Nachzügler, die erst den Stau auf der A7 und dann keinen Parkplatz gefunden haben unverrichteter Dinge wieder abreisen mussten, da es an der Kasse hieß das Spiel sei ausverkauft. Schade für uns, frustrierend für Herrn Rebiger.
Wir waren aber rechtzeitig vor Ort, um frisch gestärkt den frühen Rückstand mitzubekommen, der mich doch recht unsanft daran erinnerte, dass ich beim HSV war und dass man meine Anwesenheit durchaus als böses Omen werten könnte. Allerdings hielten diese dunklen Gedanken nicht lange vor, denn der Hamburger Nachwuchs bekam die Partie schnell in den Griff, drehte sie und gewann am Ende absolut verdient mit 4:1.
Für Stimmung sorgten die 96er Ultras, die sich ja mit Herrn Kind überworfen haben und jetzt ihre U23 begleiten. Dabei beweisen sie sogar so viel Humor, dass sie ihre Heimatstadt als die schönste Stadt der Welt besingen. Großartig.
Die Hamburger Jungs zeigten noch, dass sie nicht nur Fußball, sondern auch Humba können und als wir auf dem Abmarsch an den Kabinen vorbeikamen hörten wir sie singen und feiern. Vollkommen zu recht übrigens, denn ihr Spiel war leidenschaftlich und mit diversen Spielzügen zum Zunge schnalzen versehen. Die genauere Bewertung des Gesehenen spare ich mir für den HSVTalk auf, jetzt möchte ich nur sagen, dass das Spiel einen hohen Unterhaltungswert und gute fußballerische Qualität besaß. Natürlich, denn auch in der Regionalliga gewinnt man nicht mal eben so in elf von zwölf Spielen.
Das Fazit des Tages fällt also absolut positiv aus. Schönes Wetter, sympathische Menschen und guter Sport. Was will man mehr?
Nun verfolge ich zwar seit Jahr und Tag die meist wenig erfreulichen Ergebnisse des Regionalliganachwuchses, doch habe ich sie selbst noch nie live spielen sehen. Samstag wollte ich diesen Missstand korrigieren und vor Ort für meine Sendung recherchieren.
Als mich am Freitagabend ein Tweet der Wochenendrebellen erreichte, die sich vor dem #Bollzen noch mit ein paar Leuten auf eine Fanta treffen wollten, bot sich die Gelegenheit die zwei sprichwörtlichen Fliegen mit einer Klappe zu erlegen.
So fand ich mich also am Samstagvormittag bei schönstem Herbstwetter kaffeetrinkend in einer kleinen aber illustren Runde wieder, um mich über Fußball und die Welt zu unterhalten und einmal mehr zeigte sich, dass in diesem Internetz großartige Menschen unterwegs sind.
Leider musste ich mich mit den Rautenanhängern dieser Fußballökumene viel zu früh auf den Weg gen Hagenbeck begeben, um der Zwoten unsere Aufwartung zu machen.
Zur Ehrenrettung meiner Begleiter sei erwähnt, dass diese schon zu weniger erfolgreichen Zeiten den Weg zur U23 gefunden haben und nicht wie ich Erfolgsfans sind.
Überrascht war ich vom Zuschauerandrang für das Spiel HSV II – Hannover 96 II, das sogar als Derby bezeichnet wurde, obwohl in der Regionalliga die Anreise aus Hannover zu weitesten gehört…
Was soll`s. Der Andrang führte dazu, dass Nachzügler, die erst den Stau auf der A7 und dann keinen Parkplatz gefunden haben unverrichteter Dinge wieder abreisen mussten, da es an der Kasse hieß das Spiel sei ausverkauft. Schade für uns, frustrierend für Herrn Rebiger.
Wir waren aber rechtzeitig vor Ort, um frisch gestärkt den frühen Rückstand mitzubekommen, der mich doch recht unsanft daran erinnerte, dass ich beim HSV war und dass man meine Anwesenheit durchaus als böses Omen werten könnte. Allerdings hielten diese dunklen Gedanken nicht lange vor, denn der Hamburger Nachwuchs bekam die Partie schnell in den Griff, drehte sie und gewann am Ende absolut verdient mit 4:1.
Für Stimmung sorgten die 96er Ultras, die sich ja mit Herrn Kind überworfen haben und jetzt ihre U23 begleiten. Dabei beweisen sie sogar so viel Humor, dass sie ihre Heimatstadt als die schönste Stadt der Welt besingen. Großartig.
Die Hamburger Jungs zeigten noch, dass sie nicht nur Fußball, sondern auch Humba können und als wir auf dem Abmarsch an den Kabinen vorbeikamen hörten wir sie singen und feiern. Vollkommen zu recht übrigens, denn ihr Spiel war leidenschaftlich und mit diversen Spielzügen zum Zunge schnalzen versehen. Die genauere Bewertung des Gesehenen spare ich mir für den HSVTalk auf, jetzt möchte ich nur sagen, dass das Spiel einen hohen Unterhaltungswert und gute fußballerische Qualität besaß. Natürlich, denn auch in der Regionalliga gewinnt man nicht mal eben so in elf von zwölf Spielen.
Das Fazit des Tages fällt also absolut positiv aus. Schönes Wetter, sympathische Menschen und guter Sport. Was will man mehr?
Donnerstag, 9. Oktober 2014
Stöckchen
Die liebe Mrscgn, Journalistin, Mutter und HSV-Fan, wobei ich darauf hinweisen möchte, dass der dritte und nicht etwa der zweite Fakt uns verbindet hat mit einem Knüppel, einem Stöckchen nach mir geschmissen und mich dadurch mit vier Aufgaben betraut:
• Verlinke die Person, die Dich nominiert hat.
• Blogge die Regeln und zeige den Award.
• Veröffentliche 7 Fakten über Dich.
• Nominiere 7 Blogger und teile ihnen die Nominierung mit
Da ich denke, dass ich die ersten beiden Aufgaben mit Bravour gemeistert habe, versuche ich mich mal an der Dritten.
Obwohl ich in meiner öffentlichen Darstellung via Social Media, Blog und Radio nicht gerade zurückhaltend bin, rede ich doch lieber über andere, als über mich. Daher bin ich bislang auch den Knüppeln, die in meine Richtung flogen ausgewichen.
Ich habe mich kürzlich einer sportlichen Geschlechtsumwandlung unterzogen!
Bei Freizeitturnieren im Volleyball gibt es eine Regelung, dass je nach Spielfeldgröße immer eine bestimmte Anzahl an Frauen auf dem Feld sein müssen, alternativ sind auch Männer über 50 zugelassen, was mich zu einer sehr jungen Volleyballfrau macht.
Das Erscheinungsbild mögen andere beurteilen.
Ich bin ein Stadtflüchtling. Obwohl ich ein gebürtiger (sogar waschechter) Hamburger bin, zog es mich vor knapp 20 Jahren aufs platte Land, wo ich in einer 700 Seelengemeinde lebe und auch wenn ich mich immer noch als Hamburger fühle und die Stadt im Herzen trage, habe ich die Entscheidung auf`s Dorf zu ziehen nur bereut, wenn ich mich angesichts der Autofahrerei beim Feiern zurückhalten, oder auf das eine oder andere Stadionbier verzichten musste.
„Bei Sven im Auto werden die B-Seiten uralter Songs gespielt, von denen selbst die A-Seiten floppten!“ So, oder zumindest sinngemäß wurde es mir mal nach einer längeren Fahrt ins Poesiealbum geschrieben. Zu Unrecht will ich sagen, da ich zwar viele Klassiker des Rocks höre, mich aber musikalisch auch durchaus in die Moderne wage, allerdings ohne gleich in den Laden zu laufen, um mir die entsprechende Scheibe zu kaufen. BTW ich habe noch nie Musik gedownloaded, oder etwas bei eBay ge- oder verkauft. So viel zu modern…
Als ich vor über 30 Jahren die Herr der Ringe Trilogie zu Weihnachten bekommen habe, habe ich sie noch im selben Jahr durchgelesen. Es folgte das Silmarillion und die Nachrichten aus Mittelerde, sowie zum besseren visualisieren ein paar Mittelerde-Atlanten. Daneben stehen aber auch Werke anderer Fantasieautoren, wie Heitz, Hennen, Peinkofer, Nicholls oder Hardebusch. Ich lese mich aber auch gerne durch andere Metiers, wenngleich mir für schwere Kost meist Zeit und Ruhe fehlt.
Meinen Blog habe ich eigentlich ins Leben gerufen, um mich dem gereimten Wort zu widmen, leider (oder zum Glück) beschäftigen mich der HSV und das Radio so sehr, dass ich dazu keine Zeit finde und sich meine Reimerei auf ein Minimum beschränkt. Ich kann übrigens nicht mehr sagen, wann ich dem Drang mich in gereimten Worten auszudrücken erlegen bin, allerdings bin ich mir sicher, dass dabei Heinz Erhardt, dessen Werke (also Gedichte, nicht Filme) ich sehr verehre, ein gewichtiges Wort mitgedichtet hat.
Sollten diese Fakten nicht inTeam genug sein, verweise ich gerne auf die gleichnamige Sendung, in der mich der sehr geschätzte Thomas über da Bloggen, das Radio, den HSV und den Sven befragt hat.
Sven inTeam
So viel also zu mir. Bleiben noch die Nominierungen:
Wichtig ist mir dabei, dass Ihr nur mitmacht, wenn Ihr auch Lust dazu habt. Wenn nicht war es schön Euch gekannt zu haben.
Eben noch Interviewer jetzt nominiert Thomas von nur Golf
Dem Kai sein Blog, dessen Bilder mir sehr gefallen
Tanja von Raute22c, mit der ich so gerne mal unterschiedlicher Meinung bin
Astrid, die im RautenTV auch mal über sich reden kann
Patrick vom Kommentar der Woche, der für meinen Blog mitverantwortlich ist
G0ten`s Blog, mit dem ich gerade heute an Paul Hunter gedacht habe
Jürgen von BlockE, damit er endlich mal wieder schreibt.
Mittwoch, 8. Oktober 2014
Siege, Zombies und Finanzen
Da gewinnt der Dino erstmals seit der Kreidezeit wieder ein Spiel und ich komme mit dem Schreiben nicht hinterher. Auch das Gewinnen will halt gelernt sein…
Dabei hatte ich am Sonntag sogar zwei Anläufe genommen meine Freude über diesen verdienten Sieg in die Tasten zu hauen und vor allem darauf hinzuweisen, wie wichtig dieses Erfolgserlebnis vor der Länderspielpause war. Doch musste ich dabei an den psychologisch wichtigen Zeitpunkt eines Tores vor der Halbzeit denken, der dem Gegner die Möglichkeit gibt sich auf die veränderte Situation in Ruhe einzustellen.
Aber seien wir ehrlich, viel länger hätte der HSV mit dem Punkten nicht warten dürfen, denn passend zur Jahreszeit krochenhalbverweste halbvergessen Gestalten aus dem Nebel, um sich mit einer Wortgewandtheit, die mich an die Bewegungsabläufe der Zombies aus „Shaun of the Dead“ erinnerte, auf Kosten des Exvereins neues Lebenselixier namens Aufmerksamkeit zu erkaufen, um sich am Tag danach wild zurückrudernd unter dem aserbaidschanischen Stein des Vergessens zur hoffentlich letzten Ruhe zu betten.
Auch wenn für mich immer Rudi Kargus im Tor des HSV Allstarteams stand, tun mir solche sinnbefreiten Aussagen von Spielern, die ich einst anfeuerte weh.
Doch wesentlich wichtiger an diesem Sieg war die Tatsache, dass sich die Mannschaft für den Aufwand, den sie schon in den vorherigen Spielen betrieben hat auch belohnte. Wie schnell kann das langweilige Taktikgerede eines Trainers zur hohlen Phrase verkommen, wenn der Erfolg ausbleibt? Umgekehrt kann aus dem selben Gerede spannendste Unterhaltung werden, wenn auch der Letzte erkannt hat, dass es die Mannschaft voran bringt. Bis auf weiteres sollte jedenfalls kein Spieler einen Grund haben dem Trainer nicht zu 100% zu folgen.
Im Gegensatz zur sportlichen Entwicklung der Mannschaft scheinen die Umbauarbeiten in der Führungsetage mit den Verpflichtungen von Peter Knäbel und Frank Wettstein zumindest auf der Seite der Zugänge abgeschlossen zu sein. Während bei Knäbel zuletzt nur noch der Termin seines Amtsantritts fraglich war, kam die Bekanntgabe von Wettstein als Finanzvorstand aus heiterem Himmel.
Als ich am Montagabend den HSVTalk für meinsportradio.de (auch hier als Podcast) aufnahm, fragte ich meine Gäste noch, ob die Stelle des Chief Financial Officer (CFO) denn noch besetzt werden würde, was dann 18 Stunden später schon vollzogen war.
Der Wirtschaftsprüfer Wettstein gilt als Sanierer, er ist als solcher auch schon bei mehreren Fußballvereinen tätig gewesen und es bleibt zu hoffen, dass er bei uns schnell ein paar Stellschrauben findet, um die finanzielle Schräglage des Vereins auszugleichen. Vergessen wir nicht, dass die offensive Transferpolitik Beiersdorfers ohne Bürgschaft und Kredit von Herrn Kühne nicht machbar gewesen wäre und die Neuen, die uns Samstag so begeistert haben nicht hier wären. Einen ausgeglichenen Jahresabschluss wird die HSV-AG nur vorweisen können, wenn aus dem Kreditgeber Kühne ein Anteilseigner wird und auch wenn das für dieses Geschäftsjahr so geplant sein mag, kann es auf Dauer nicht so weitergehen.
Von Peter Knäbel war in den letzten Tagen und Wochen so viel Positives zu lesen, dass ich hier nur meinen persönlichen Eindruck wiedergeben will. Ich habe das Gefühl, dass der neue Direktor Profifußball menschlich und auch fachlich bestens zu Beiersdorfer und Peters passt und ich hann mir gut vorstellen, dass die drei den HSV voranbringen werden. Dabei wird der nächste Sommer auf Grund der zahlreichen auslaufenden Verträge richtungweisend, denn auch wenn dann ein erhebliches Gehaltsvolumen eingespart werden kann, wird für Ablösezahlungen nur Geld vorhanden sein, wenn ein weiterer strategischer Partner ins Boot geholt werden kann. Doch das eigentliche Ziel muss lauten, dass sich der Spielbetrieb selbst finanziert.
Aber warten wir`s ab.
Dabei hatte ich am Sonntag sogar zwei Anläufe genommen meine Freude über diesen verdienten Sieg in die Tasten zu hauen und vor allem darauf hinzuweisen, wie wichtig dieses Erfolgserlebnis vor der Länderspielpause war. Doch musste ich dabei an den psychologisch wichtigen Zeitpunkt eines Tores vor der Halbzeit denken, der dem Gegner die Möglichkeit gibt sich auf die veränderte Situation in Ruhe einzustellen.
Aber seien wir ehrlich, viel länger hätte der HSV mit dem Punkten nicht warten dürfen, denn passend zur Jahreszeit krochen
Auch wenn für mich immer Rudi Kargus im Tor des HSV Allstarteams stand, tun mir solche sinnbefreiten Aussagen von Spielern, die ich einst anfeuerte weh.
Doch wesentlich wichtiger an diesem Sieg war die Tatsache, dass sich die Mannschaft für den Aufwand, den sie schon in den vorherigen Spielen betrieben hat auch belohnte. Wie schnell kann das langweilige Taktikgerede eines Trainers zur hohlen Phrase verkommen, wenn der Erfolg ausbleibt? Umgekehrt kann aus dem selben Gerede spannendste Unterhaltung werden, wenn auch der Letzte erkannt hat, dass es die Mannschaft voran bringt. Bis auf weiteres sollte jedenfalls kein Spieler einen Grund haben dem Trainer nicht zu 100% zu folgen.
Im Gegensatz zur sportlichen Entwicklung der Mannschaft scheinen die Umbauarbeiten in der Führungsetage mit den Verpflichtungen von Peter Knäbel und Frank Wettstein zumindest auf der Seite der Zugänge abgeschlossen zu sein. Während bei Knäbel zuletzt nur noch der Termin seines Amtsantritts fraglich war, kam die Bekanntgabe von Wettstein als Finanzvorstand aus heiterem Himmel.
Als ich am Montagabend den HSVTalk für meinsportradio.de (auch hier als Podcast) aufnahm, fragte ich meine Gäste noch, ob die Stelle des Chief Financial Officer (CFO) denn noch besetzt werden würde, was dann 18 Stunden später schon vollzogen war.
Der Wirtschaftsprüfer Wettstein gilt als Sanierer, er ist als solcher auch schon bei mehreren Fußballvereinen tätig gewesen und es bleibt zu hoffen, dass er bei uns schnell ein paar Stellschrauben findet, um die finanzielle Schräglage des Vereins auszugleichen. Vergessen wir nicht, dass die offensive Transferpolitik Beiersdorfers ohne Bürgschaft und Kredit von Herrn Kühne nicht machbar gewesen wäre und die Neuen, die uns Samstag so begeistert haben nicht hier wären. Einen ausgeglichenen Jahresabschluss wird die HSV-AG nur vorweisen können, wenn aus dem Kreditgeber Kühne ein Anteilseigner wird und auch wenn das für dieses Geschäftsjahr so geplant sein mag, kann es auf Dauer nicht so weitergehen.
Von Peter Knäbel war in den letzten Tagen und Wochen so viel Positives zu lesen, dass ich hier nur meinen persönlichen Eindruck wiedergeben will. Ich habe das Gefühl, dass der neue Direktor Profifußball menschlich und auch fachlich bestens zu Beiersdorfer und Peters passt und ich hann mir gut vorstellen, dass die drei den HSV voranbringen werden. Dabei wird der nächste Sommer auf Grund der zahlreichen auslaufenden Verträge richtungweisend, denn auch wenn dann ein erhebliches Gehaltsvolumen eingespart werden kann, wird für Ablösezahlungen nur Geld vorhanden sein, wenn ein weiterer strategischer Partner ins Boot geholt werden kann. Doch das eigentliche Ziel muss lauten, dass sich der Spielbetrieb selbst finanziert.
Aber warten wir`s ab.
Dienstag, 30. September 2014
Dünnhäutig
„Mensch, was bist Du dünnhäutig“ musste ich mir jüngst anhören, als ich mich via Twitter über Polemik in einem von mir eigentlich geschätzten Podcast beschwerte. Der werte Herr Rebiger kündigte in seinem Blog sogar ein Aufräumen seiner Timeline an.
Nein, der HSV hat es uns in letzter Zeit nicht gerade leicht gemacht treu zu ihm zu stehen. Kaum ein Fettnapf wurde ausgelassen, das Personal auf und neben dem Platz verkam zu Austauschbaren Nummern, bei denen man immer glaubte, dass die eigenen Interessen über denen des Vereins standen. Weder Vorstand noch Trainer konnten das kickende Personal von diesem Phlegma, das die Spieler bestenfalls in den Leistungen stagnieren ließ befreien. Gelang einem Spieler trotzdem eine Weiterentwicklung, war er auch schon wieder weg.
Die ständig wechselnden Trainer stellten über Jahre die einzige sportliche Kompetenz dar und entsprechend heterogen zusammengestellt war oder ist denn auch der Kader.
Es heißt, dass schwache Führungspersönlichkeiten auch schwache Untergebene holen würden und gerade bei der Bestellung von Oliver Kreuzer, den man am vergangenen Sonntag bei seinem Sky90-Auftritt doch gerne mal tröstend in den Arm genommen hätte, als Sportchef hat sich diese Aussage einmal mehr bestätigt. In Köln laufen ob dieser Entscheidung momentan die Planungen zur Errichtung eines zweiten Doms. Nein, ich habe nicht für die Ausgliederung nach HSVPlus gestimmt, weil ich den Anteilsverkauf, oder Herrn Kühne so sexy fand, ich wollte einen Schnitt, einen Neuanfang.
Vier Monate nach dem Beschluss zur Ausgliederung stehen ein Torlosrekord, Platz 18 in der Liga, ein Trainerwechsel nach dem 3. Spieltag, Unruhe im Aufsichtsrat und obendrein ein Geldgeber, der wenn er intern kein Gehör findet ungeniert den Weg über die Öffentlichkeit sucht. Jeder dieser fünf Punkte ist natürlich Wasser auf die Mühlen derer, die uns die Lastminuterettung aus der letzten Saison noch persönlich krumm nehmen. Auch diejenigen, die sich gegen eine Ausgliederung nach HSVPlus eingesetzt haben fühlen sich gerade durch die Äußerungen von Kühne und Gernandt bestätigt.
Wer hier mit dem Lesen aufhört mag sich fragen, warum es HSV-Fans gibt, die dünnhäutig auf Häme und Polemik reagieren, schließlich hat man sich diese redlich verdient.
Im letzten Jahr haben wir diese, wenn es auch weh tat geschluckt, doch hat sich etwas verändert. Es gibt eine neue, eine andere Herangehensweise beim HSV, mit der ich mich identifizieren kann und die es sich in meinen Augen zu verteidigen lohnt.
Dietmar Beiersdorfer lebt sein Ideal von einem Fußballverein vor, auch wenn er in manchen Situationen dabei selbst unvorteilhaft oder gar naiv rüberkommt. Er motiviert Menschen ihm auch, aber nicht nur des Geldes wegen zu begleiten. Er hat keine Angst starke Leute wie Bernhard Peters neben sich zu installieren, wenn er glaubt, dass dieser der Beste für diese Position ist.
Man mag anmerken, dass es nicht im Sinne des Vereins sein kann, wenn man sich eine U23 Mannschaft zusammenkaufen muss, weil der eigene Nachwuchs nicht genug hergibt, doch die Art und Weise wie dies geschehen ist zeugt von enormer Kompetenz. Beiersdorfer, Zinnbauer und Peters sichteten jede Menge Talente, um sich diese schlagkräftige Truppe zusammenzustellen und dieses Gespür für Talent und das Erstellen einer funktionierenden Mannschaft lässt mich auch für die Zukunft im Nachwuchsbereich hoffen.
Es sind diese Ansätze und auch das Auftreten der Bundesligamannschaft unter Zinnbauer, die mich glauben lassen, dass der eingeschlagene Weg des HSV der richtige ist, dass der HSV unter der neuen sportlichen Leitung (ich bin sehr gespannt auf Peter Knäbel) sich in Richtung Seriosität bewegt und dass dieser Weg unterstützenswert ist, auch und gerade weil der HSV erst am Anfang des Weges ist. Ich habe seit langer Zeit mal wieder das Gefühl, als laufe es beim HSV momentan in die richtige Richtung.
Nein, es ist noch nicht alles so wie ich es gerne hätte und vor allem sportlich hätte ich mir schon etwas mehr erwartet, doch die Vereinsführung, oder der gesamte Verein braucht jetzt die Unterstützung der Fans und meine soll er bekommen, auch wenn ich dadurch manchmal etwas dünnhäutig erscheinen mag.
„Ich habe mich auf Twitter zuletzt oft geärgert und unglücklicherweise fast genauso oft aus der Reserve locken lassen.“Dieses Zitat aus dem oben erwähnten Blogbeitrag trifft unsere Dünnhäutigkeit eigentlich sehr gut. Der gemeine HSV-Fan schluckt sei Jahr und Tag mehr oder weniger qualifizierte Bemerkungen über die Vorgänge im Verein und dessen Erfolge. Ganz nebenbei schwingt in diesen Bemerkungen immer der Vorwurf der Großkotzigkeit oder gar des Realitätsverlustes mit.
Nein, der HSV hat es uns in letzter Zeit nicht gerade leicht gemacht treu zu ihm zu stehen. Kaum ein Fettnapf wurde ausgelassen, das Personal auf und neben dem Platz verkam zu Austauschbaren Nummern, bei denen man immer glaubte, dass die eigenen Interessen über denen des Vereins standen. Weder Vorstand noch Trainer konnten das kickende Personal von diesem Phlegma, das die Spieler bestenfalls in den Leistungen stagnieren ließ befreien. Gelang einem Spieler trotzdem eine Weiterentwicklung, war er auch schon wieder weg.
Die ständig wechselnden Trainer stellten über Jahre die einzige sportliche Kompetenz dar und entsprechend heterogen zusammengestellt war oder ist denn auch der Kader.
Es heißt, dass schwache Führungspersönlichkeiten auch schwache Untergebene holen würden und gerade bei der Bestellung von Oliver Kreuzer, den man am vergangenen Sonntag bei seinem Sky90-Auftritt doch gerne mal tröstend in den Arm genommen hätte, als Sportchef hat sich diese Aussage einmal mehr bestätigt. In Köln laufen ob dieser Entscheidung momentan die Planungen zur Errichtung eines zweiten Doms. Nein, ich habe nicht für die Ausgliederung nach HSVPlus gestimmt, weil ich den Anteilsverkauf, oder Herrn Kühne so sexy fand, ich wollte einen Schnitt, einen Neuanfang.
Vier Monate nach dem Beschluss zur Ausgliederung stehen ein Torlosrekord, Platz 18 in der Liga, ein Trainerwechsel nach dem 3. Spieltag, Unruhe im Aufsichtsrat und obendrein ein Geldgeber, der wenn er intern kein Gehör findet ungeniert den Weg über die Öffentlichkeit sucht. Jeder dieser fünf Punkte ist natürlich Wasser auf die Mühlen derer, die uns die Lastminuterettung aus der letzten Saison noch persönlich krumm nehmen. Auch diejenigen, die sich gegen eine Ausgliederung nach HSVPlus eingesetzt haben fühlen sich gerade durch die Äußerungen von Kühne und Gernandt bestätigt.
Wer hier mit dem Lesen aufhört mag sich fragen, warum es HSV-Fans gibt, die dünnhäutig auf Häme und Polemik reagieren, schließlich hat man sich diese redlich verdient.
Im letzten Jahr haben wir diese, wenn es auch weh tat geschluckt, doch hat sich etwas verändert. Es gibt eine neue, eine andere Herangehensweise beim HSV, mit der ich mich identifizieren kann und die es sich in meinen Augen zu verteidigen lohnt.
Dietmar Beiersdorfer lebt sein Ideal von einem Fußballverein vor, auch wenn er in manchen Situationen dabei selbst unvorteilhaft oder gar naiv rüberkommt. Er motiviert Menschen ihm auch, aber nicht nur des Geldes wegen zu begleiten. Er hat keine Angst starke Leute wie Bernhard Peters neben sich zu installieren, wenn er glaubt, dass dieser der Beste für diese Position ist.
Man mag anmerken, dass es nicht im Sinne des Vereins sein kann, wenn man sich eine U23 Mannschaft zusammenkaufen muss, weil der eigene Nachwuchs nicht genug hergibt, doch die Art und Weise wie dies geschehen ist zeugt von enormer Kompetenz. Beiersdorfer, Zinnbauer und Peters sichteten jede Menge Talente, um sich diese schlagkräftige Truppe zusammenzustellen und dieses Gespür für Talent und das Erstellen einer funktionierenden Mannschaft lässt mich auch für die Zukunft im Nachwuchsbereich hoffen.
Es sind diese Ansätze und auch das Auftreten der Bundesligamannschaft unter Zinnbauer, die mich glauben lassen, dass der eingeschlagene Weg des HSV der richtige ist, dass der HSV unter der neuen sportlichen Leitung (ich bin sehr gespannt auf Peter Knäbel) sich in Richtung Seriosität bewegt und dass dieser Weg unterstützenswert ist, auch und gerade weil der HSV erst am Anfang des Weges ist. Ich habe seit langer Zeit mal wieder das Gefühl, als laufe es beim HSV momentan in die richtige Richtung.
Nein, es ist noch nicht alles so wie ich es gerne hätte und vor allem sportlich hätte ich mir schon etwas mehr erwartet, doch die Vereinsführung, oder der gesamte Verein braucht jetzt die Unterstützung der Fans und meine soll er bekommen, auch wenn ich dadurch manchmal etwas dünnhäutig erscheinen mag.