Freitag, 17. Oktober 2014

Erwartungen

Mit welcher Erwartung soll man in das Sonntagsspiel gegen Hoffenheim gehen?
Da ja in den letzten beiden Spielen je eine Negativserie durchbrochen würde, könnte man durchaus davon ausgehen, dass nach dem ersten Tor dieser Saison gegen Frankfurt und dem ersten Auswärtssieg seit van Marwijk, es jetzt zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren gelingt einen Sieg zu bestätigen. Und dann könnte man vom Beginn einer Siegesserie reden, die in der Folgewoche in Berlin ausgebaut werden könnte und dann…
… dann klingelt irgendwann der Wecker und beendet den Traum.

Vergessen wir nicht, dass wir als Tabellensiebzehnter auf den Zweiten treffen, dass in Hoffenheim in den letzten Jahren eine Entwicklung stattgefunden hat, die (zumindest bislang) zu einem sehr stabilen Konstrukt geführt hat. Es war sogar davon zu lesen, dass die TSG ein Angstgegner vom HSV sei, was allerdings nicht stimmt. Denn die Bilanz gegen die Kraichgauer ist bei jeweils fünf Siegen und Niederlagen, sowie zwei Unentschieden absolut ausgeglichen. In Hamburg ist sie bei 4S/1U/1N sogar ausgesprochen positiv, wenn auch das 1:5 der letzten Saison noch in bester Erinnerung ist.

Guckt man auf die Stimmung vor den HSV-Spielen unter Zinnbauer hatte man gegen Bayern schon verloren, war gegen Gladbach vielleicht etwas drin, musste gegen Frankfurt ein Sieg her und war man gegen Dortmund wieder absoluter Außenseiter. Die Ergebnisse wiedersprachen den Erwartungen fast komplett. Vor dem kommenden Spiel vermag ich aber weder in der Öffentlichkeit noch bei mir selbst eine klare Tendenz zu erkennen. Auch wenn die Leistungskurve in den letzten Wochen nach oben zeigt, wäre es vermessen einen Sieg  gegen Hoffenheim zu erwarten, auch wenn dieser natürlich nicht unmöglich ist. Auch die Wettquoten (Tipico: 2,5 / 3,4 / 2,8) sind alles andere als eindeutig und somit erwartet uns wohl tatsächlich ein Spiel in dem alles möglich ist.

Möglich erscheint auch eine Rückkehr von Rafael van der Vaart in die Startelf. Wie das taktische Konzept mit dem Kapitän dann aussehen würde ist allerdings genau so offen, wie der Einsatz selbst. Denkbar wäre es Holtby auf die Jansen- oder Arslanposition zu schieben, wobei ich befürchte, dass der zuletzt sehr aktive Frischverpflichtete auf außen etwas verschenkt wäre. Wie dem auch sei, auf das Zusammenspiel von Holtby und vdV bin ich absolut gespannt.

Auch wenn ich aus Gründen des Selbstschutzes versuchen werde meine Erwartungen nicht zu hoch werden zu lassen, hoffe ich auf spannendes und erfolgreiches Spiel in dem es vielleicht auch dank van der Vaart zu ein paar klareren Tormöglichkeiten für den HSV als zuletzt kommt. Schön wäre es, wenn das Gefühl des Gewinnenmüssens in naher Zukunft verschwinden würde, doch dafür müsste man erst mal gewinnen…

Kommentare:

  1. Ich hab ja allen Ernstes geträumt, dass wir wegen eines üblen Drobny-Patzers verlieren - Alptraum! Das Fangirl-Dasein bekommt mir ganz offensichtlich nicht...

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    1. Ich kann mich nie an meine Träume erinnern.
      Daher sollte die Geschichte mit Traum und Wecker nur aussagen, dass man realistisch bleiben sollte.
      Davon, dass sich die Träume eines Fangirls nur um das Objekt ihrer Leidenschaft drehen hab ich allerdings auch schon gehört.

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  2. Ich sehe es relativ entspannt, denn wir MÜSSEN nicht gewinnen. So bin ich überzeugt, unsere Mannschaft wird gut spielen und der Bessere gewinnt.

    Sicherlich, so langsam müssen wir auch mal Punkte einfahren, aber gegen den berechtigten Tabellenzweiten kann man als 17ter nicht als Favorit ins Rennen gehen. Ich erwarte ein ausgeglichenes Spielmit ungewissem Ausgang. Ich bin auch sehr gespannt, wie wir gegen die Mannschaft, die gerne tief steht und blitzschnell umschaltet, spielen werden. Normalerweise liegen uns solche Mannschaften nicht so sehr

    Gruß
    Fiete :-)

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    1. Ich sehe das doch ganz ähnlich und getreu dem alten Swingermotto:
      Alles kann, nichts muss.

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  3. WTF? Schon sechs Jahren sie die Traditíonalisten aus dem Kreichgau in der Bundesliga? Und haben erst 12 Trainer verschlissen?. Cool. Was mir bei denen wirklich gefallen hat. Die haben vor eineinhalb Jahren den Gisdol in der größten Krise (sie waren quasi abgestiegen) als Cheftrainer eingesetzt. Dass man die Klasse gehalten hat, lag zwar mehr am BVB (ich könnte immer noch kotz*n wenn ich an dieses Spiel denke) als an der TSG, aber sie haben es geschafft. mit einem jungen Trainer von der II.Mannschaft und sie haben ihn sogar behalten, als es in der Saison drauf immer noch nicht ganz rund lief. Sie haben ihn lassen und seinen Weg gehen lassen. und auch deshalb stehen sie jetzt auf Platz 2 (verdient).
    Das wünsche ich mir für den HSV auch. lasst den Joe machen.
    Allerdings glaube ich, dass er in den nächsten zwei Spielen vier Punkte holen muss, wenn er langfristig bleiben will. Da ist immer noch zu viel Druck auf dem Kessel in Hamburg. Aber wenn er bleibt, wird er genauso aufräumen und seinen Weg gehen, wie Gisdol!

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    1. Die Parallele Gisdol-Zinnbauer mit dem Faktor Peters habe ich mir verkniffen, weil Hoffenheim in dem Moment als Gisdol kam zwar auch enorm unter Druck, aber als Ganzes schon etwas gefestigter war, als der HSV jetzt drei Monate nach der Ausgliederung.
      Wieviel Punkte Zinnbauer aus zwei, drei oder auch fünf Spielen holen muss vermag ich nicht zu sagen, nehme mir aber das Recht heraus zu behaupten, dass die Entwicklung der Mannschaft das Hauptkriterium ist.
      Naiv? Vielleicht.
      Aber hoffen wir, das Entwicklung und Punktausbeute stimmen und wir deshalb keinen Beweis der Thesen anführen müssen.

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