Montag, 22. Juli 2013

Die Sache mit der Objektivität

Am Sonntag erschien ein sehr interessanter Beitrag im HSV-Block Das Image des HSV ist auf einem absteigenden Ast heißt es da und unter anderem wird diese Aussage mit dem Notendurchschnitt im Kicker belegt. Dort bekam der HSV in der abgelaufenen Saison die drittschlechtesten Noten, obwohl ja bekanntlich Platz 7 erreicht wurde. Entweder hat der HSV seine Punkte also nur durch Glück gewonnen, oder die Spieler sind derartig hoch veranlagt, dass auch mäßige Leistungen zu Punktgewinnen führten.
Natürlich könnte dies auch an der Wahrnehmung des Kicker, bzw des verantwortlichen Redakteurs liegen.

Ich will und kann natürlich niemanden seine Meinung verbieten, doch sollte man als Redakteur eines Fachmagazins in der Lage sein diese zurück zu stellen, oder wenn dies denn nicht möglich ist, das Geschriebene als Kommentar zu kennzeichnen, um so auch den Leser über die Subjektivität des geschriebenen Worts aufzuklären.

Bei mir ist das anders ich blogge und in meinem Blog sage ich meine Meinung.
Natürlich nehme ich es gerne wahr, wenn diese geteilt wird, aber genau so gerne mag ich es, wenn sich jemand damit kritisch auseinander setzt. Mich interessiert, was andere Menschen über Themen, die auch mich beschäftigen denken, dies ist auch der Grund, aus dem ich mehr Zeit mit dem Lesen von Blogs, als von Artikeln verbringe.

Momentan gibt der HSV wieder mal ein verheerendes Bild in der Öffentlichkeit ab und ich unterstelle einfach mal, dass dies kein subjektiver Eindruck meinerseits ist. Interessant ist aber wie unterschiedlich über die einzelnen Themen in den unterschiedlichen Medien berichtet wird.
Selbstverständlich stört die Springerpresse die AR-Maulwurfaffäre wesentlich weniger, als die Blogger, schließlich profitieren Bild und Co von den Indiskretionen, während sich die bloggenden Fans und Mitglieder um deren Auswirkungen sorgen.

Auch kommt der neue Sportchef des HSV bei der Presse sehr gut an, während der geneigte Fan sich fragt, ob Oliver Kreuzer denn wirklich jedes Gerücht kommentieren muss. Wesentlich schwieriger ist die Beurteilung der Arbeit von Carl Edgar Jarchow und Manfred Ertel. Auch dazu finden sich im HSV-Block Einträge, die, wie sollte es auch anders sein, die Meinung des Verfassers wiederspiegeln.

Auch ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, Jarchow würde mehr verwalten, denn gestalten und das Manfred Ertel den AR nicht im Griff hat, dem er vorsteht ist mir auch nicht neu, doch ich frage mich, ob meine Eindrücke zu einem Urteil, bzw. einer Verurteilung ausreichen.
Wieviel Gestaltungsspielraum hat zB ein Jarchow, wenn er für jede größere Investition (ab €500.000) den Segen des zerstrittenen ARs braucht? Vorwerfen tue ich Jarchow, dass er sich nicht vor, oder neben Arnesen gestellt hat, als dieser abgesägt wurde, zumindest nicht öffentlich, denn das wäre in meinen Augen ein Anlass gewesen, die Öffentlichkeit zu suchen, womit Jarchow sonst ja auch keine Probleme hat.

Anfänglich, als Interimsvorstand gefiel mir das Wirken Jarchows sogar recht gut, hatte ich doch den Eindruck, er würde für Ruhe im Verein sorgen, umso enttäuschender ist sein momentanes Auftreten. Der interne Brief, der letztlich doch öffentlich wurde war dennoch ein Statement, dem ich aus meiner subjektiven Sicht folgen kann und nur das es nicht öffentlich wurde, muss ja nicht bedeuten, dass es der erste Versuch der Einflussnahme seitens des Vorstands war.

Bei Manfred Ertel sehe ich den Fall etwas anders, obgleich ich ihm abnehme, dass er von der Dreistigkeit des Maulwurfs in den eigenen Reihen entsetzt ist, hat er doch als Vorsitzender des Gremiums eine Verantwortung, für das was dort passiert. Er sagte ja selbst, er wisse aus welcher Ecke diese Indiskretionen kämen, also müsste er auch etwas dagegen unternehmen können. Ist ihm das nicht möglich, sollte er die Konsequenzen ziehen und zumindest den Vorstand des ARs abgeben. Das diese Handlung gegebenenfalls den Bock zum Gärtner machen könnte ist mir dabei durchaus bewusst.

Wesentlich einfacher gestaltet sich da doch die Beurteilung des Leistungsvermögens unserer Mannschaft.
0:4 nach 60 Minuten gegen Bayern entsprechen nach Adam Riese einem 0:6 nach einer vollen Spielzeit.
Simple Mathematik, wobei diese nach einem Ausspruch, an den ich mich wage erinnere, ja nichts mit Fußball zu tun haben soll. Daher müssen wir uns bei der Bewertung des Geschehens auf dem Platz wohl oder übel wieder auf unsere subjektive Wahrnehmung verlassen, zumal der Kicker keine Noten vergeben hat.
Also halte ich mal fest, dass die Bayern momentan einfach besser sind und bemerke mit einiger Genugtuung, dass dies nicht nur uns so ergeht.


Nur der HSV

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