Donnerstag, 18. Juni 2015

Erste Antworten



Am Versuch die Fragen von Dir und Marc im Kommentar unter Erste Bilanz zu antworten bin ich gescheitert, daher gibt es dafür einen eigenen Beitrag, der vielleicht auch andere ermutigt in die Diskussion einzusteigen.

Ich halte nach wie vor die Ausgliederung des letzten Jahres für Alternativlos.
Ein Redner auf der MV sagte ohne HSVPlus wäre der HSV abgestiegen. Das ist natürlich Schwachsinn, aber der HSV befand sich in den vergangenen Jahren in einem Selbstzerfleischungsprozess, der gestoppt werden musste.
Problematisch bei dem ganzen Prozess war zum Einen die 75 % Hürde, die den „Wenn nicht jetzt dann nie“ - Eindruck vermittelte und zum Anderen, dass sich die Plusopposition zu sehr auf das Neinsagen beschränkten, ohne wirkliche Alternativen zu entwickeln.
Nein, auch für mich musste es nicht unbedingt eine AG werden, aber ich habe für mich beschlossen diesen Weg zu gehen, da die Alternative ein „Weiter so“ bedeutet hätte.
Hätte es einen ernstzunehmenden Alternativvorschlag gegeben (zB das Gladbacher Modell) hätten sich die beiden Reformen auf Grund der 75% Hürde blockiert und es wäre alles beim Alten geblieben.

Der einzig gangbare Weg wäre gewesen einen Antrag zu stellen, der vorsieht mit 75% Mehrheit die Ausgliederung und gleichzeitig einen auf 1-2 Jahre  begrenzten Rechtsformfindungsprozess zu beschließen, an dessen Ende eine einfache Mehrheit genügt hätte.

Doch dazu war niemand bereit und dabei meine ich auch, vielleicht sogar vor allem die „Not for sale“ Bewegung, die der Meinung war mit der Geschlossenheit der Kurve den Prozess aufhalten zu können und deshalb nicht zum Gestalten der Ausgliederung bereit war. Es gab Anträge den gesamten Ausgliederungsprozess zurück zu stellen, doch wurden diese wie eine vorgetäuschte Verletzung in der Nachspielzeit vorgetragen.
Die HSV-Reform hatte ein paar brauchbare Ansätze, die im Endeffekt aber nicht weit genug gingen, das Rautenherz war so sehr von seiner Idee überzeugt, dass sie nicht einmal versucht haben diese zu präsentieren, sondern nur gegen Plus gewettert haben.
Erst als die Felle davon schwammen und klar war, dass eine Ausgliederung kommen würde, machten sich ein paar Leute überhaupt  Gedanken über den besten Weg. Doch und da gebe ich Dir recht, da war es zu spät.
Von der Bereitschaft wirklich etwas zu entwickeln war in der Öffentlichkeit weit und breit nichts zu hören!

Was EORs Rolle angeht, muss ich spekulieren.
Heute vermute ich, dass Kühne/Gernandt den guten Ernst Otto ausmanövriert haben.  
Das frühe Festlegen auf Beiersdorfer als Vorstandsvorsitzenden der AG und vor allem auch die Art wie Gernandt dieses kommuniziert hat legt nahe, dass dieser kurz vor der MV im letzten Mai das Heft des Handelns übernommen hat.
Allerdings schien die Beiersdorfer-Lösung zu diesem Zeitpunkt so logisch gewesen zu sein, dass dies außerhalb der Plusbewegung in der allgemeinen Aufbruchsstimmung der potentiellen Wähler (ich eingeschlossen) nicht so rübergekommen ist.
Vielleicht hätten die EOR, Rebbes, Hieronymus und Kleins zu diesem Zeitpunkt, da ihnen ihre Initiative entglitten ist die Courage haben müssen Stop zu sagen, doch um diese Prozesse bewerten zu können war ich einfach zu weit weg vom Geschehen, da ich nie Teil von HSVPlus war.

Ich bin ganz bei Marc, der in seinem Kommentar schreibt:

„Eine gute Struktur allein ist kein Garant für Erfolg. Es kommt immer auf die Personen an die diese Struktur ausfüllen.
Hat man richtig gute Leute an der Spitze dann ist die Struktur fast egal.“

Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass es richtig ist Anteile an strategische Partner zu veräußern, wenn die erzielten Einnahmen so wie einst von Plus angedacht zur Entschuldung und Gesundung des Vereins verwendet werden. Ich habe aber auch schon mehrfach betont, dass Kühne und auch Bohnhorst in meinen Augen keine strategischen Partner sind. Nein, auch Investoren sind sie nicht. Sie sind Gönner, Mäzene, die den Verein unterstützen und dafür, zumindest im Fall Kühne, hofiert werden und sogar Einfluss nehmen wollen.
Doch hätte man auch solche Leute einbinden können, wenn man denn wirkliche strategische Partner hätte. (Viel Konjunktiv).

Ist die Ausgliederung beim HSV ideal gelaufen?
Nein, das ist sie nicht. Und doch bereue ich nicht dafür gestimmt zu haben.
Der Antrag, zur Ausgliederung den ich oben beschrieben habe wäre das Ideal gewesen, doch diesen Weg wollte zu dem Zeitpunkt, als er hätte gestellt werden müssen niemand einschlagen.
Die Einen wollten JETZT etwas verändern und die Anderen wollten JETZT etwas verhindern.
Mehr stand nicht zur Wahl und da habe ich mich für die erste Möglichkeit entschieden.

Danke an Marc und Florian für Eure Kommentare und vor allem an Florian für die dabei benötigte Geduld.

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