Mittwoch, 19. August 2015

Gates noch HSV?

Als wäre die sportliche Situation beim HSV nicht schon angespannt genug, leistet man sich diverse Negativschlagzeilen, die mit dem runden Leder nichts zu tun haben. Im Norden nichts Neues möchte man  meinen und doch scheint die Häufung dieser Gates einen zunehmenden Einfluss auf das fragile Gebilde Team zu haben, welches Bruno Labbadia gegen Ende der letzten Saison zu installieren in der Lage war. Dabei wäre eine ansprechende sportliche Leistung der einzige Weg sich verlorengegangenen Respekt zurück zu erarbeiten, mit PR-Aktionen alleine würde man selbst dann nicht weiterkommen, wenn diese ausnahmsweise einmal gelängen und nicht zu Eigentoren mutierten.

Dass ein Emir Spahic medial unter besonderer Beobachtung steht darf weder ihn, noch den HSV überraschen. Umso überraschender war es für mich, dass sich der Neuzugang zu diesem überharten Einsteigen gegen Lewandowski hinreißen ließ, umso passender ist das Kabinengate, welches sich so schön in die Vorgeschichte des Bosniers einfügt.
Bei den Schiedsrichtern hat sich Spahic den letzten Kredit verspielt und das kann er keinem anderen als sich selbst zuschreiben. Wie sein Standing in der Mannschaft ist vermag ich nicht zu sagen, denn allen Dementis zum Trotz ist Spahic ein Typ bei dem sich die Geister scheiden und der auch jede Menge Angriffsfläche bietet.

Wesentlich schlimmer als die deutlichen Worte in der Kabine ist allerdings die Tatsache, dass diese an die Öffentlichkeit gelangt sind und auch wenn Labbadia den Wortlaut als Scheißhausparole bezeichnet, was eventuell darauf schließen lässt, dass wie einst bei der stillen Post am Ende nicht ganz das angekommen ist, was zu Beginn ausgesprochen wurde, ist etwas das intern bleiben muss nach außen gedrungen.
Allein diese Tatsache schafft Misstrauen unter den Spielern und Betreuern, die zu diesem Zeitpunkt anwesend waren und Misstrauen innerhalb der Mannschaft kann sich der HSV dieser Saison überhaupt nicht leisten. Also gilt es diesen Vorfall intern aufzuarbeiten, den Schaden in der Öffentlichkeit wird man nicht mehr beheben können.

Ich finde es übrigens bemerkenswert, wer momentan alles BILD-Schlagzeilen ohne sie zu hinterfragen als Fakt anerkennt, nur weil sie doch so schön in das Bild passen, für welches der HSV dieser Tage oder vielleicht auch Jahre steht. Menschen, die dieses Blatt sonst nicht einmal mit der Kneifzange anzufassen behaupten springen begeistert auf jeden Zug, der den Springerhauptbahnhof in Sachen HSV verlässt.
Einfach wäre es jetzt im Spiel gegen Stuttgart eine Reaktion zu fordern, sich genüsslich zurückzulehnen und zu beobachten wie die Mannschaft an diesem Vorhaben scheitert und direkt nach Abpfiff erste Trainernamen zu diskutieren. Doch diesen Part übernimmt ja schon die Presse, nebst den Legionen von Experten, die sich nie daran versucht haben beim HSV etwas zu verbessern.
Wir HSV-Fans werden am Sonnabend wieder einmal ein Zeichen setzen müssen, dass wir auch weiterhin zu unserem Verein stehen und diesen bedingungslos unterstützen, auch und gerade wenn es nicht nach Plan laufen sollte.

Nur der HSV!

Kommentare:

  1. Einfach keine "Sportberichterstattung" mehr lesen. Glücklich sein.

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    1. Ein ebenso weiser wie simpler Vorschlag, dem ich leider (oder auch zum Glück) nicht folgen kann, da ich diesen merkwürdigen Verein zu meinem Hobby gemacht habe und da komme ich um etwas "Spottberichterstattung" nicht herum.

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  2. Ein Zeichen setzen seitens der Fans halte ich am 2. Spieltag für übertrieben.
    Genauso wie ein Zeichen seitens der Mannschaft nicht notwendig ist.

    Das ist das dritte Pflichtspiel, da sollte man noch keine Zeichen setzen. Sonst sind alle Kugeln schon am Anfang der Saison verschossen.

    Und ich glaube die HSV Fans haben in den letzten Jahren genug Zeichen gesetzt. Ich war oft genug dabei oder habe es am TV verfolgt.

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    1. Selbst die Rückkehr zur Normalität wäre schon ein solches Zeichen, sich nicht vom entstehenden Druck zu frühen pfiffen verleiten zu lassen wäre ein solches. Aber du hast recht, für ein Busspalier oder ähnliches wäre es bestimmt noch zu früh.

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