Donnerstag, 6. Juni 2013

125 Jahre Geschichte im Gedichte

Zum 125. Jubiläum des HSV im September 2012 hab ich das Geschichtsbuch aufgeschlagen:


Was lange Zeit will überdauern, darf nicht auf einem Bein nur stehn,
zwei wären gut, drei sind noch besser, man kann`s am HSV heut sehn.
Vor Hundertfünfundzwanzig Jahren wurd Germania geboren!
Als Gründungsdatum für alle Zeit dieser Tag ward auserkoren,
für das, was da noch kommen sollte, uns´ren Verein, den HSV,
auch wenns noch Jahre dauern sollte, zweiunddreißig ganz genau,
bis aus Germania, HFC, und Falke unser Verein entstanden war,
der noch im Glanz erstrahlen wird, sind wir einst alle nicht mehr da.

Geglänzt unter dem Schein der Raute haben viele, viel ist gescheh`n,
worauf wir froh und stolz wollen blicken, wenn auch nicht alles immer schön
und strahlend ist gewesen, es gab auch Trauer, gab auch Leid,
doch optimistisch woll`n wir schauen, mit einem Lächeln, weißt Bescheid?

Die Zwanziger Jahre waren golden, erfolgreich war`n sie und skurril,
was an den Endspielen von Zweiundzwanzig euch einmal kurz ich zeigen will.
Da wurd gespielt bis nichts mehr ging, buchstäblich zum Zusammenbruch,
als dann die Sonne unterging, hatte auch der DFB genug.
Nach fünfzig Tagen traf man sich wieder zum Spiel um diese Meisterschafft
und wieder dauerts lange Stunden, bis vier Clubberer hats hingerafft.
Auf den Titel ward verzichtet, nach sanften Druck der Obrigkeit,
mit der Meisterschaft wars ein Jahr später zum guten Ende doch so weit.

Zu diesem Titel und dem nächsten hat Tull Harder uns geschossen,
der hat als allererster Spieler den Ruf als Star bei uns genossen.
So viele Tore er geschossen und Spiele er bestritten,
hat durch`s falsche Parteibuch, sein Ruf zuletzt gelitten.

Auch nach dem Kriege ward gekickt, im Norden beinah unschlagbar,
musst man bis neunzehnsechzig warten, dann war der Titel wieder da!
Zehn Hamburger, ein Ausländer (der kam aus Buxtehude),
Piechowiak, Werner, Krug und Schnoor (der stand in der Bude)
Meinke und Neisner, Dieter und Dehn, ermöglichten den Traum
Uns Uwe, Stürmer, Charlie Dörfel waren die Jungs vom Rothenbaum.
Der Sieg im Pokal, drei Jahre danach, beendet diese Zeit,
in der elf Freunde auf dem Platz gekickt aus Spaß an der Freud`

Geprägt wurd die Ära von "Uns" Uwe Seeler, auch manchmal der Dicke genannt,
der durch seinen Einsatz, die Tore, sein Spiel, ward in ganz Europa bekannt.
Zur Legende in Hamburg geworden ist er durch etwas, das er gar nicht tat,
viel Geld schlug er aus, als in Hamburg er blieb, lieber Sportartikel vertrat.

Als die Bundesliga kam ging es um das Geld, im Fußball immer mehr,
als Traditionalist hinkt der HSV dem Treiben erst hinterher.
Dann kam Peter Krohn, ließ seiner Vision vom Fußball freien Lauf,
aus PR Gründen lief die Mannschaft dann mal, in rosa Leibchen auf.
Ritter Kuno wurd Klötzer, der Trainer genannt und der holte den Pokal,
erst national, dann auch in Europa war der HSV jetzt erste Wahl!
Als in Frankfurt Nogly und Björnmose trafen, öffnen sie das Tor zur Welt,
der HSV sammelt Titel wie nie zuvor und feiert manchen Held`.

Doch schon Jahre zuvor den Grundstein gelegt für diese erfolgreiche Zeit,
mit seinem Gespür für Fußballtalent hat der Nachwuchsscout Gerhard Heid.
Er holte Talente von überall her, die den HSV später geprägt,
wo würd` unser Verein wohl heute stehn, hätte Gerhard nur länger gelebt?

Die Erfolgsdekade in Worte zu fassen, fällt auch heute noch schwer:
Drei Meisterschaften, Zwei Europapokale gewonnen und noch mehr!
War er`s vorher noch nicht wurd der HSV jetzt auf der ganzen Welt bekannt
und die Stars gaben sich in der Folgezeit die Klinke in die Hand.
Von Zebec und Happel zu Klasse geformt von Netzer zusammengestellt,
unvergessen die Namen von denen ein jeder ein Platz im Fan-Herzen behält.
Die Keegans und Kaltz, Magahts und Kargus, Hrubesch, Memering, Stein,
die Volkerts und Buljans, Jakobs und Hartwigs gingen in die Geschichte ein.

Die Leistung der Mannschaft über Jahre spricht Bände,
ermöglicht wurd dies auch durch Hermanns Hände.
Die Seele massiert, die Beine geknetet,
die Spieler verehrt, Rieger angebetet.

Als Netzer und Happel den Verein dann verließen gingen die Erfolge mit,
und der HSV kam über lange Zeit nicht wieder in den Tritt.
Erst als im Volkspark die Arena entstand, Fußballtempel sonder gleichen,
kam vom alten Glanze ein Stück zurück, die Tristesse musste weichen.
Zurück in Europa, fünf mal in Reihe, die Stadt in Euphorie,
doch Titel, Pokale, der Makel ist groß, errang man leider nie.
Als das Finale-zuhaus man verpasst, da wollt man`s noch einmal erzwingen,
von den Folgen daraus kann der Vorstand Dir heut ein traurig Lied noch singen.

Der Fußball verkommt zum Geschäft heut zu Tage,
nicht immer sympathisch, gar kein Frage,
neue Wege muss man gehen, Investoren gesucht,
die zum HSV stets stehen und obendrein sind betucht.

Fünfundzwanzig Jahre ohne Titel will man nicht noch mal sein,
drum geht man kalkulierte Risiken jetzt ein.
Hamburg meine Perle, die wunderschöne Stadt,
nen siegreichen Club, wieder verdienet hat.
Drum lauft und kämpft Ihr Spieler, gebt alles dem Verein,
dann werdet Ihr auch wieder mal erfolgreich sein.
Schaut Euch um im Museum, seid stolz auf die Traditon,
nehmt auf die Raute ins Herz und werdet ein Teil davon!

Wie dem auch sei, eins bleibt doch konstant und das wird auch immer so bleiben
denn die Herzen der Fans sind stets treu, müssen sie auch mal leiden.
Keine Phrase die Zeile: Ein Leben lang schwarz weiß blau,
denn es zählt nur die Raute, NUR DER HSV!

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