Dienstag, 29. Oktober 2013

Der Trainer

frei nach Der Fischer von Johann Wolfgang von Goethe

Die Arena braust, von dem Applaus
Ein Trainer sitzt darin
Auf seiner Bank er ist berauscht
Gedanken fliegen hin
Und wie er sitzt und wie er denkt
Dass alles ihm gelingt
Von Schulterklopfern abgelenkt
Von Anhängern umringt

Da wetzt am Rand ein Journalist
Den er einst stehen ließ
Im Regen war`s, vor Jahresfrist
Die Feder und beschließt
Wart ab Du Trainer, du bist weg
Wenn ich hier lang noch schreib
Ich werd` Dich ziehen durch den Dreck
Kein sauber Hemd Dir bleibt

Wo hell das Licht, auch Schatten ist
Erfolg weicht dem Verlust
Fiel alles leicht vor Monatsfrist
Herrscht heute nur der Frust
Die Zeitung schlägt der Trainer auf
Und liest in dem Papier
Raus mit dem Manne, gebt ihn auf,
Wir woll`n ihn nimmer hier!

Die Arena kocht, der Geifer tropft
Die Kündigung gebracht
Als es auf seiner Schulter klopft
Der Schreiber ist`s und lacht
Denk` mal an jenen Regentag
Da ließest Du mich steh`n
Jetzt gab ich frei Dich zu der Jagd
Wirst hier nie mehr geseh`n 

1 Kommentar:

  1. Beim Schreiben dieser Zeilen im Herbst 2011 hatte ich übrigens keinen speziellen Trainer und keine spezielle Situation vor Augen

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