Sonntag, 17. Mai 2015

Hoffmann raus?

Das war es dann wohl mit der ununterbrochenen Erstligazugehörigkeit für den HSV und es ist müßig sich über verdient oder unverdient zu unterhalten.
Es ist verdient. Hätte man in den letzten 10 Jahren versucht auf den Abstieg hin zu arbeiten hätte man es kaum besser machen können. Die unterirdischen Leistungen gegen Freiburg und Stuttgart sind da nur noch der Punkt auf dem I.
Es wäre schön, wenn man wenigstens ein Ventil hätte, jemanden den man für diesen Schlamassel verantwortlich machen kann, sei es als Spieler, Trainer oder Präsident, doch nicht einmal dies ist uns in diesen Tagen vergönnt. Die Abwärtsspirale dreht sich schier unaufhaltsam seit Jahr und Tag und scheinbar kann sie durch nichts aufgehalten werden.

Die Suche nach den Schuldigen führt uns zumindest in die Zeit zurück, als man jahrelang versuchte ohne Sportdirektor auszukommen, doch auch schon vorher wurde es versäumt perspektivisch zu arbeiten. Wir erinnern uns noch an Bernd Hoffmanns Aussagen über das Millionengrab Nachwuchsarbeit. Selbst während der großen Erfolge in den 80er Jahren wurde nur in der Gegenwart gelebt und nicht für die Zukunft vorgesorgt.
Aber zu weit in die Vergangenheit zu gucken bringt uns überall hin, nur nicht nach vorne.
Ich gehöre ja zu denen, die im Sommer für die Ausgliederung gestimmt haben und denke nach wie vor, dass dies der richtige Schritt war, um dem Filz aus Inkompetenz und Kumpanei zu entkommen, doch leider blieben bei der Umsetzung ein paar Eckpunkte der Initiative auf der Strecke.
Von Demut und Konsolidierung war die Rede. Man wollte sich nachhaltig aufstellen, um den Verein wieder dahin zu führen, wo er nach seinem Selbstverständnis hingehört.

Ein Jahr später kann man nur festhalten, dass die neue Vereinsführung auf der ganzen Linie gescheitert ist. Man fuhr keinen Konsolidierungskurs und ging auch nicht demütig zu Werke. Der Versuch weitsichtig zu handeln scheiterte an der Gegenwart, die man zu Gunsten von Luftschlössern vernachlässigte (siehe auch Maßlos enttäuscht).
Trotzdem glaube ich im Sommer richtig gestimmt zu haben, weil die einzige Alternative ein „Weiter so“ war.
Wo sind aber heute die Alternativen?
Es ist so leicht jemandes Kopf zu fordern, wenn man selbst nicht für Ersatz zu sorgen hat. Und ganz ehrlich? Mir fehlt jegliche Fantasie, wenn es um eine Umbesetzung in der Führung der HSV AG geht. Davon, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt für derartige Forderungen ist will ich gar nicht reden.

Heute da ich dies schreibe bin ich davon überzeugt, dass wir die vorerst letzte Woche Erstligazugehörigkeit des Dinos erleben und dieses Eingeständnis fällt wirklich schwer, doch weigere ich mich aus meiner Wut und Enttäuschung heraus Köpfe zu fordern nur um diese rollen zu sehen.
Jetzt ist es an der Zeit diese Gedanken zurück zu stellen. Zumindest eine Woche lang sollten diese keine Rolle mehr spielen, denn es gibt Wahrscheinlichkeit hin, Glaube her noch eine Restchance auf den Klassenerhalt und ich will mir gestatten auf diesen zu hoffen, wie unverdient er auch sein möge, denn vor der Alternative graut es mir wirklich.

Nur der HSV!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen