Samstag, 14. März 2015

Es geht wieder los

Schon vor dem ersten Formel 1 Wochenende im Jahr 2015 waren viele Fragen beantwortet und nach der ersten Qualifying sind einige Antworten oder Bestätigungen hinzu gekommen.
Ganz offiziell können wir dem Mercedes AMG Petronas Formula One Team zur Verteidigung des Teamweltmeistertitels gratulieren. Die erdrückende Dominanz des Vorjahres scheint sich nicht nur fortzusetzen, sie wurde im Winter noch ausgebaut. Wie jetzt die vier Traingssessions wurden auch schon die Testfahrten von den Silbernen bestimmt. Für die Konkurrenz bleibt nur auf Fehler seitens Mercedes zu hoffen um vielleicht mal eine Poleposition hier oder einen Sieg da zu erben.

Auch in der Fahrerwertung gibt es einen klaren Favoriten. Lewis Hamilton wird seinen Teamkollegen noch klarer als im Vorjahr beherrschen. Der Brite war schon in der letzten Saison eindeutig schneller als Nico Rosberg und hat sich im Laufe des Jahres noch weiter entwickelt. Viele Flüchtigkeitsfehler wird sich der Brite nicht leisten, davon bin ich überzeugt und so bleibt für Nico auch nur die Hoffnung den Fehlerteufel auf seiner Seite zu haben. Allerdinge sollte sich bei 20 Rennen auch wirklich der schnellere Fahrer durchsetzen und das ist für mich eindeutig Lewis.

Hinter den Mercedes kämpfen Williams, Red Bull und Ferrari um den verbleibenden Platz auf dem Podium. Wenn man sich die Dominatoren wegdenkt, wäre dies der wünschenswerte Kampf dreier Motorenlieferanten um die Krone des Rennsports und auch so wird dieser Sechskampf für die renntechnische Spannung sorgen.
Ferrari hat im Winter den größten Schritt nach vorne gemacht und den Rückstand auf Williams aufgeholt. Sebastian Vettel hat sich gut eingelebt und scheint seinen Partner Kimi Räikkönen zu beherrschen. Bei Williams ist nicht nur was die Fahrer betrifft alles beim Alten geblieben, irgendwie hat man das Gefühl, dass da noch etwas mehr gehen würde, doch das letzte Risiko gescheut wird um wirklich alles aus Auto und Fahrer heraus zu holen.

Red Bull hat zu Beginn dieser Saison wieder sehr unter dem Renaultmotor zu leiden, bemerkenswert ist, dass die kleine Schwester mit diesem Manko besser zu Recht zu kommen scheint. Torro Rosso bewegt sich auf Augenhöhe mit dem Exweltmeisterteam. Lotus hat auf Grund des Wechsels auf den Mercedesmotor Fortschritte gemacht und kann sich in dieser Saison tatsächlich auf die Abstimmung ihres Boliden konzentrieren.
Enttäuschend verläuft bislang das Comeback von Honda, die den McLaren kaum zum Laufen bekommen und im Qualifying lediglich die beiden Manor Marussia hinter sich ließen, die allerdings ihre Boxen gar nicht verlassen haben.

Überhaupt ist der Abstand der kleinen Teams wie Sauber und Force India größer geworden, was einzig und allein am Geld liegt. War Force India zu Beginn der letzten Saison noch in der Lage einige Ausrufungszeichen zu setzen, hinken sie in diesem Frühjahr sehr weit hinterher, da sie im Winter kaum testen konnten. Für Sauber sorgte Felipe Nasr während des Trainings von Melbourne für ein paar Achtungserfolge und der 11. Startplatz ist besser als erwartet.
Sonst bestimmte bei den Schweizern die Vertragsposse um Guido van der Garde, der sich ins Cockpit klagen will die Schlagzeilen.

Der mangelnden Spannung an der Spitze des Feldes sei Dank wird den diversen Nebenkriegsschauplätzen des Formel 1 Zirkus noch mehr Aufmerksamkeit als sonst geschenkt.
Egal ob das Helmdesign reglementiert wird, über Verteilung der üppigen Gelder öffentlich gestritten, oder der große Preis von Deutschland laut Aussage eines älteren Herren nach Österreich verpflanzt wird, alles taugt zur Schlagzeile.
Ich gucke die Rennen eigentlich nur noch, weil ich im Radio darüber berichte und weil ich es schon immer getan habe und ich weiß, dass es vielen Motorsportfans ähnlich geht. Dabei versucht Sky mit der Ansetzung von Sascha Roos als Kommentator, der mir mit seinen naiv-dümmlichen Äußerungen weiterhin auf die Nerven gehen darf, mir auch noch das letzte Bisschen Vergnügen an der Formel 1 zu nehmen. Da der Sound in der Formel 1 auch nicht mehr das ist, was er mal war, könnte man eigentlich den Ton auch ganz weglassen, ich glaube das nennt man dann Formel E.

So werde ich morgen das Rennen im Relive gucken und beim Frühstück auf das Unerwartete hoffen, egal ob dies Spannung an der Spitze oder geistreiche Kommentare des Herrn R. bedeutet. Wenn ich auf eines von beiden wetten sollte, wäre es das Rennen, denn da könnte ein schleichender Plattfuß im richtigen falschen Moment oder übertriebener Ehrgeiz schon ausreichen…

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