Freitag, 20. Februar 2015

Trainerdiskussion

Natürlich hat sich Joe Zinnbauer gegen die Bayern vercoacht. Zu wenig Kampfkraft im defensiven Mittelfeld, zu wenig Kontinuität in der Abwehr und dafür ausgerechnet in München zwei Stürmer. Man hatte den Eindruck, als würde Joe im taktischen System auf die eh schon nicht sehr zahlreichen Stärken bewusst verzichten, um mit Hau Ruck an den Schwächen arbeiten zu können.
Viel riskiert und hoch verloren lautet das Fazit.

Ein so offensichtliches Vercoachen zieht in Hamburg selbstverständlich eine aufkommende Trainerdiskussion nach sich und da spielt es auch keine Rolle mehr, dass spätestens in der zweiten Halbzeit, als das Zweistürmerexperiment längst Geschichte war, sich jeder HSV-Spieler in sein Schneckenhaus zurück zog und um das Vermeiden eigener, offensichtlicher Fehler bemüht war. Die Unterstützung der Mitspieler blieb dabei mal wieder auf der Strecke.
Wie weit man dafür den Trainer verantwortlich machen kann ist mir selbst nicht klar, da mit diesem Scheuklappenproblem in vergleichbaren Situationen jedoch auch jeder von Zinnbauers Vorgängern zu kämpfen hatte, kann und will ich es Joe nicht anlasten.

Wenn Zinnbauer vorgeworfen wird Marcos leichtfertig Arjen Robben zum Fraß vorgeworfen zu haben, ohne dabei auf das offensichtliche Fehlverhalten der Nebenmänner des Linksverteidigers einzugehen, empfinde ich es als armselig. Den Übungsleiter als „Lame Duck“ zu bezeichnen geht dann noch einen Schritt weiter. Vor allem wenn man bei nächste Gelegenheit von einer mangelnden Kontinuität auf dem wichtigen Trainerposten lesen kann.
Ich weiß nicht wie man so einer „Berichterstattung“ entgegenwirken kann, Treueschwüre der Vereinsführung käme dem sprichwörtlichen Öl auf das Feuer gießen gleich und würde diesen Medien nur weitere Munition liefern. Ruhe im medialen Umfeld des Vereins wird man nur durch Erfolge bekommen, wobei man dafür eine einheitliche Erfolgsbewertung bräuchte.

Sicher ist nur, dass es bei derartigen Artikeln einen Verlierer gibt.
Und das ist der HSV.


http://mobil.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article137651153/Zinnbauer-hat-Marcos-Robben-zum-Frass-vorgeworfen.html


Kommentare:

  1. Diese ganze Berichterstattung zum HSV, zu welchem Thema spielt eigentlich keine Rolle, nervt schon seit Jahren.

    Jede Aussage eines HSV Verantwortlichen, wird in die negative Schublade gesteckt. Es ist wie das "berühmte" erklären von Siegen. Haben wir verloren, war die Mannschaft / der Trainer schlecht. Bei einem Sieg war der Gegner einfach schwach... Wenn Joe in München auf die U23er alle verzichtet hätte, müsste er mit dem Vorwurf leben, diese Spieler nach einem schlechten oder weniger guten Auftritt, fallen zu lassen.
    Langsam glaube ich, uns (dem HSV) kann nur helfen, wenn die Mannschaft eine Siegesserie von 5-6 oder am besten 10 Spiele einfährt.
    Es ist frustrierend.
    Aber, es geht immer weiter und weiter...

    Christian M.

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    1. Das mit der Siegesserie wäre mal ne Maßnahme...

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