Sonntag, 31. August 2014

Ohne Titel*

Nur  nicht wieder so eine Saison, wie die gerade abgelaufene lautete die Devise vor dem Heimstart gegen Paderborn und das durch eine stabile Defensive zustanden gekommene Nullnull gegen Köln ließ mich hoffen, dass zumindest die 75 Gegentore nicht wieder vorkommen würden. Vorne würde es mit zurückkehrender Fitness von Lasogga und den Neuen im Wartestand schon besser werden. Zumindest wollte ich etwas von dieser längsten, härtesten und was weiß ich nicht alles Vorbereitung aller Zeiten sehen. Sprich eine Mannschaft, die körperlich dagegen halten kann und ein paar eingeübte Spielzüge abruft, schnelles Umschaltspiel, vielleicht ein paar Ideen, dann knapp gewinnen Mund abputzen und gut.

Wie beschreibt man jetzt aber ein Spiel wie das Gestrige, ohne den Trainer und einzelne Spieler anzuzählen? Schließlich wollte man die Saison, die zu erleben man kaum verdient hat, ja mit gebotener Demut begleiten.
Ich war wenig begeistert, als ich hörte, dass Slomka die 11 Spieler, die er schon in Köln durchspielen! ließ wieder beginnen lassen würde. Natürlich bin ich nicht beim Training dabei, aber wenn ich auf schnelles Umschaltspiel über außen setzen will, kann ich dort doch den Tolgay Arslan nicht bringen. Arslan hat Qualitäten doch Tempo im Lauf- und Passspiel gehört nicht dazu.
Durch die Verletzung van der Vaarts hatte Slomka früh die Möglichkeit diesen Mangel abzustellen, in dem er Arslan in die Mitte zieht und Stieber (und damit auch Tempo) bringt. Bedingt durch das gerade gefallene 0:1 entschied sich Slomka aber dafür Rudnevs aufs Feld zu schicken.

Nach dem Spiel zu sagen, dass Stieber, als er denn durfte, etwas Belebung gebracht hat und Rudnevs eher so naja war ist natürlich leicht und ich unterstelle Slomka gerne, dass er die seiner Meinung nach beste Elf auf dem Platz schickt, doch wenn die Mannschaft die Vorstellungen des Trainers verstanden hat, wusste sie dies gestern sehr geschickt zu verbergen.
Nicht unerwähnt lassen will ich die wirklich starke Leistung der Paderborner, die konsequent in der Abwehr und zum Teil schnell und sicher nach vorne gespielt haben. Was dieser Sieg für den SCP wert ist, wird sich allerdings erst zeigen, wenn es gegen stärkere Gegner geht, denn so leicht wie der HSV  wird es den Ostwestfalen wohl kaum wieder eine Mannschaft machen.

Gespannt war ich natürlich auch auf die Stimmung im Stadion und dafür war dieses Spiel doch wie gemalt. Ich spürte die Bereitschaft die Mannschaft zu unterstützen und auch, wie diese von Minute zu Minute geringer wurde. Die Jungs von Poptown mühten sich redlich, doch wenn die megaphonverstärkte Stimme der Jungs kaum 26c erreicht, ist das im wahrsten Sinne des Wortes dünn.
Dafür hatte ich zwei Reihen über mir wieder einen jener Kandidaten, der vom Anpfiff an jede negative Aktion (ja davon gab es viele) mit lauter, sich auf nervtötende Weise selbst überkreischender Stimme mit Schimpftiraden begleitete und der mich selbst auf das Geschehen vor und das Gekreische hinter mir zunehmend genervt reagieren ließ. Auch ich habe nach diesem unsäglichen Treffer zum 0:2 den Support weitestgehend eingestellt, aber auch wenn ich die Pfiffe nach dem Spiel verstehen kann, waren die bei der Auswechselung von Jansen fehl am Platz.

Zum Glück war es erst der zweite Spieltag und so hat Slomka noch Zeit auf das gesehene zu reagieren und ich bin absolut gespannt ob und wie er das tut. So gerne ich auch das Banner meines Fanclubs, der HSV Sitzkissenfraktion Auswärts im Fernsehbild sehen würde, könnte ich doch auf die Frage, wie lange die Uhr noch tickt verzichten.






Foto by @elbblick






* Auf der Suche nach einem Titel für diesen Post bin ich bei den abgedroschenen "Deja vu" "Murmeltiertag" und "Same procedure as last year" hängen geblieben, die ich aber ebenso wenig, wie ein schlichtes "Nach Paderborn" verwenden wollte. Daher entschloss ich mich dem Post keinen Titel zu geben, wohl wissend, dass die Bezeichnung "Ohne Titel" auf nicht vorhandene Ambitionen meinerseits schließen lassen könnten.

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