Dienstag, 8. März 2016

Nach Hertha

Da war der Befreiungsschlag der Saison, die Dreißigpunktemarke wurde neun Spieltage vor Schluss geknackt und auf dem Feld sah es zeitweise sogar nach Fußball aus.
Nach dem sonntäglichen Kick gegen die Hertha scheint das Mittelfeld der Liga und somit auch das Saisonziel so gut wie erreicht zu sein. Ein Abrutschen in den Abstiegskampf ist, auch wenn das kein Offizieller vor der Kamera sagen wird, unwahrscheinlich.
Ob der gute Auftritt gegen die Hauptstädter (Hamburg ist viel schöner als Berlin) mehr als einer vom Gegner begünstigte Eintagsfliege ist werden die kommenden Spiele in Leverkusen und gegen Hoffenheim zeigen.

Mit einer gelungenen Mischung aus Sicherheit und Vorwärtsdrang wurde das dicke Brett der Berliner Passivität durchbohrt, wobei mir der Auftritt der Gäste ein Rätsel bleibt. Der Auftritt von Ekdal mit seiner Ballsicherheit und Übersicht war durchaus gelungen und das sich Holtby an seiner Seite wohler fühlt, als auf der 10 ist auch kein Geheimnis.
Allerdings war der Druck auf das Aufbauspiel auch nicht so stark und daher bin ich vorsichtig mit meinem Lob. Dieses hat sich Go Sakai, der ein absoluter Aktivposten auf dem Feld war genau wie Doppelpacker Nicolai Müller, dessen Zusammenspiel mit dem Japaner immer besser funktioniert schon heute verdient.
Hervorheben möchte ich auch den oft gescholtenen Ivo Ilicevic, der gezeigt hat woran es Josip Drmic auf „seiner“ Position fehlt. Ich bin gespannt, wie in den letzten Spielen mit der Besetzung dieser Position verfahren wird. Eigentlich wäre es im Niemandsland der Tabelle sinnvoller einen Nabil Bahoui zu integrieren, als auf Spieler zu setzen die den Verein im Sommer verlassen werden.

Durch den relativ sicheren Mittelfeldplatz könnte man die Planungen für die kommende Saison rechtzeitig vorantreiben, wenn man denn finanziellen Handlungsspielraum hätte und danach sieht es momentan leider nicht aus. Im Gegenteil wird heute deutlich wie schlecht es um die Liquidtät des HSV im vergangenen Herbst stand und nur wenig spricht dafür, dass es sich jetzt besser aussieht. Nur duch einen Kredit konnte die Zahlungsfähigkeit gewährleistet werden, als Steuernachzahlungen fällig wurden und Gelder von Imtech ausblieben. (Siehe den Artikel des NDR)

Gerade in diesem Zusammenhang empfinde ich die 2-3 mio €, für die fünfmonatige Leihe von Josip Drmic als absolut fragwürdig. In „Panik am Volkspark“ schrieb ich zu diesem Transfer:
„Im besten Fall schießt uns Drmic also zum Klassenerhalt, hinterlässt dann aber ein Loch auf dem Spielfeld und in der Kasse. Im weniger guten Fall schafft es der Schweizer nicht den HSV zu verstärken und vergrößert nur das Loch in der Kasse.“
Und gerade die Perspektivlosigkeit dieser Leihe für die das letzte Geld zusammengekratzt werden musste ist in meinen Augen so enttäuschend.

Im aktuellen HSVTalk überwog allerdings die Freude über den Auftritt gegen die Hertha und so ein Spiel muss man ja auch einmal genießen dürfen.

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