Dienstag, 15. März 2016

Der fehlende Faden

Was fängt man mit einem 0:1 wie dem von Leverkusen an?
Vor der Saison waren wir uns einig, dass wir in den Regionen in denen der Pillenclub spielt nichts zu suchen haben, Sonntag haben wir gezeigt, dass wir dort zumindest für ein Spiel mithalten können. Ich will nun ganz bestimmt nicht versuchen aus der Niederlage einen Sieg zu konstruieren, doch sollte man bei der Bewertung dieses Spiels den Ball flach halten.
Gleiches gilt bei der Leitung des HSV, obwohl es mir da wesentlich schwerer fällt.

Tanja, mit der ich bei Heimspielen auf der Nord stehe, bringt in ihrem Blogpost Nur Geduld viele Punkte zur Sprache, die man kaum widerlegen kann.
Niemand wird je behaupten, Beiersdorfer hätte ein leichtes Erbe angenommen, als zum Vorstand der HSV-AG wurde und ich bin geneigt ihm zu glauben, dass sich im Sommer 2014 die tatsächliche Lage des HSV wesentlich schlechter dargestellt hat, als er es vor seinem Amtsantritt befürchtete. Doch ist diese Ausgangslage nicht ausschließlich für die momentane Situation des HSV verantwortlich.

Im Sommer 2014 war es zum Beispiel durchaus möglich ein Herunterfahren der Gehaltsstruktur einzuleiten, was aber bei den Verpflichtungen von Lasogga, Holtby usw ausgeblieben ist. Nicht die hohen Ablösesummen sind das Problem des HSV, sondern die Gehälter von Spielern und Funktionären. Kann man auf die Zahlung von Ablöse in den nächsten Transferphasen zumindest theoretisch weitestgehend verzichten, werden sich Gehaltsforderungen immer an dem orientieren, was bislang gezahlt wird. Im Sommer 2014 war es möglich eine Trendwende einzuleiten.

Das Begehen dieser Fehler stört mich dabei gar nicht mal so sehr, kann man diese doch noch mit der kurzen Einarbeitungszeit Beiersdorfers erklären, dass Fehler wiederholt werden ist es was mich so enttäuscht. Die Entscheidung Olic im Winter 14/15 zu holen konnte ich nachvollziehen, auch wenn sie sich letztlich als Fehler erwiesen hat, dafür dass man ein Jahr später ähnliches mit Drmic gemacht hat fehlt mir jegliches Verständnis.
Mir fehlt der rote Faden der Vision, an dem man sich bei Entscheidungen orientieren kann. Wenn ich gerade aus einem auf Fehleinschätzungen beruhenden finanziellen Engpass komme, sollte ich nicht für ein fünfmonatiges Leihgeschäft 2% des Jahresumsatzes ausgeben.
Eine Alternative zur Geduld sehe ich aber bislang noch nicht. Ob mir das gefällt oder nicht.

Das Fehlen dieses nachvollziehbaren, in den Handlungen erkennbaren Leitfadens wird auch immer wieder von einem Teil meiner Gäste im HSVTalk bemängelt. Auch Heiko Kunert hat sich gestern in diese Richtung geäußert. Wobei diese Äußerungen nicht im Mittelpunkt des Talks standen. Dort standen er selbst und seine Erfahrungen als blinder HSV-Fan.
Wer mehr über Heiko erfahren möchte kann dies auf seiner bestimmt barrierefreien Website blindpr.com tun.

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