Montag, 25. Januar 2016

Rückrundenstart

Zum Kotzen fand Bruno Labbadia, dass man sich für die engagierte Leistung zum Rückrundenstart nicht belohnt hat, eine Einschätzung, der ich auch wenn der Sieg der Bayern letztlich verdient war, absolut folgen kann. Die Art und Weise, wie die Gegentore gefallen bzw entstanden sind war zu unglücklich, als das man gleich wieder zur Tagesordnung übergehen könnte.
Die Reaktionszeit der HSVer nach der perfekt angewendeten Vorteilsauslegung vor dem 0:1 war zu lang und auch Adler schien nicht ganz bei der Sache gewesen zu sein, als er zu spät entschied Müller zu attackieren und diesen elfmeterreif abräumte. Beim 1:2 hob Dennis Diekmeier das Abseits auf und Lewandowski kann den Fuß in einen abgefälschten Schuss halten und so zum Doppeltorschützen werden.

Dem zwischenzeitlichen Ausgleich, durch den meiner Meinung nach direkt verwandelten Freistoß von Hunt, hätte man auch wegen der Abseitsstellung von Lasogga, der zum Ball geht und dadurch auch ohne das Spielgerät zu berühren aktiv war, die Anerkennung verweigern können. So gesehen hat der HSV zwei unnötige vielleicht auch unglückliche, aber korrekte Gegentore gefangen und ein glückliches und umstrittenes Tor geschossen.

1:2 nach Toren, 7:19 Torschüsse, 43,5% zu 55,5% gewonnene Zweikämpfe, 34% zu 66% Ballbesitz.
Statistisch gibt es am Sieg der Bayern auch wenn der HSV einen Kilometer mehr gelaufen ist absolut nichts zu rütteln und doch ist es gelungen, die Bayern vom eigenen Tor wegzuhalten. Die Defensive stand gut und vorne wurde der Spielaufbau des Meisters durch konsequentes Anlaufen gestört, viele lange Bälle, recht leicht zu verteidigen, waren die Folge daraus.
Probleme bereitete lediglich der Geschwindigkeitsüberschuss von Conan und Costa auf außen, was zu vielen Freistößen führte, die allerdings unter der Würde der Bayern zu sein schienen und einfach abgeschenkt wurden.

Nein für diese Leistung muss sich der HSV nicht schämen und somit war der Ärger Labbadias nachvollziehbar, denn am Freitag war gegen Bayern mehr drin als diese knappe Heimniederlage.
Kaufen kann man sich davon allerdings auch nichts und so gilt es die volle Konzentration auf das kommende Spiel in Stuttgart zu richten, damit es dort mehr als nur Komplimente gibt.

Vielleicht ist bis dahin ja sogar schon Carlos Mane´ in Hamburg angekommen, an dessen Beispiel man sehen kann, wie die Kaderentwicklung beim HSV trotz leerer Kassen von statten gehen kann.
Mane´, ein 21 jähriger portugiesischer  U21 Nationalspieler, der bei Sporting nicht zum Zuge kommt soll für eineinhalb Jahre ausgeliehen werden. Dem Vernehmen nach soll Peter Knäbel versuchen eine Kaufoption um 10 mio € auszuhandeln, im bis 2020 laufenden Vertrag des offensiven Außenspielers steht eine Ausstiegsklausel von 60 mio €.

Selbstverständlich kann man nicht davon ausgehen, dass ein 21 jähriger, der bislang nur bei seinem Heimatverein gespielt hat zu einer sofortigen Verstärkung wird, doch für die nächste Saison sollte mit ihm zu rechnen sein. Sollte er einschlagen und so seinen aktuell bei 8 mio € liegenden Marktwert steigern könnte die Kaufoption sogar zwecks eines Weiterverkaufs gezogen werden, sollte Mane´sich nicht durchsetzen bliebe das Risiko jedoch überschaubar. Wichtig ist nur, dass man mit aller Kraft versucht ihn zu integrieren und ihm Spielzeit zukommen lässt.

Aus diesem Grund erachte ich es auch für sinnvoll Cleber spielen zu lassen, selbst wenn Emir Spahic nach seiner Bauchmuskelverletzung zurückkehren sollte. Beide sind von den Anlagen sehr ähnlich, das Plus der Erfahrung von Spahic gleicht Cleber durch die etwas bessere Technik wieder aus und bei beiden ist die Gefahr von unüberlegten Zweikämpfen die zu Karten oder Elfmetern führen können vorhanden. Wenn zwei Spieler auf einem Level sind, sollte jedoch der Jüngere den Vorzug bekommen. Das macht sowohl von der sportlichen, als auch von der finanziellen Entwicklung her Sinn.
Vielleicht war die Berufung von Finn Porath an Stelle von Ivica Olic in den Kader von Freitag ja schon ein erstes Zeichen des Umdenkens beim HSV. Die Hängepartie um die Vertragsverlängerung von Bruno Labbadia wird schließlich Ursachen gehabt haben.

Angesichts der Lage des HSV (sportlich und finanziell) werden auch die vermeidlich kleinen Entscheidungen für die Entwicklung sehr wichtig werden und für viel Gesprächsstoff sorgen. Langweilig wird es auf jeden Fall nicht werden.

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